Chronik | Wien
24.01.2012

HC Straches Security muss vor Gericht

„Wurstsemmel-Affäre“- Dem Leibwächter des FPÖ-Chefs, der einen Investment-Banker krankenhausreif geprügelt haben soll, droht die Anklage.

Die sogenannte „Wurstsemmel-Affäre“ rund um FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bei einem Weihnachtsclubbing wird aller Voraussicht nach doch vor Gericht landen. Derzeit finden die Einvernahmen der beteiligten Personen und Zeugen des Vorfalls statt, bestätigt die Staatsanwaltschaft Wien.

Jener Mann, der von einem Security Straches verprügelt worden war, hätte die Angelegenheit gerne ohne Prozess geregelt – doch das lehnte die FPÖ ab.

Angriff

Die Vorgeschichte: Auf einem ehemaligen Fabriksgelände in Wien-Favoriten herrschte kurz vor Weihnachten ausgelassene Party-Stimmung. Doch als Strache gegen Mitternacht mit Freundin Andrea Eigner das Clubbing besuchte, überschlugen sich die Ereignisse: Einem der 1800 Gäste passte die Anwesenheit des Politikers nicht – er warf eine Wurstsemmel in Richtung Strache. Das passte dessen Security nicht: Er verpasste dem Wurstsemmelwerfer ein blaues Auge. Der Mann musste ins Krankenhaus. Dort diagnostizierten die Ärzte eine Prellung des Jochbeins, eine Rissquetschwunde am Auge sowie eine Verletzung des Auges.

Die Exekutive schritt ein, der Bodyguard wurde wegen Körperverletzung angezeigt. Strache selbst war nach Polizei-Angaben nicht in den Raufhandel verwickelt.

Seither bemühte sich Oliver Scherbaum, der Anwalt des Opfers, um einen außergerichtlichen Tatausgleich: Die FP sollte an eine karitative Einrichtung spenden – dafür würde das Opfer, ein 40-jähriger Investment-Banker, die Anzeige zurückziehen.

Scherbaum: „Die FPÖ hat das Angebot meines Mandanten nicht aufgegriffen. Jetzt gehe ich davon aus, dass die Staatsanwaltschaft einen Strafantrag gegen den Leibwächter von Herrn Strache erheben wird.“ Sein Mandant werde sich diesem Strafverfahren als Privatbeteiligter anschließen und Schmerzensgeld geltend machen. Ob auch Verdienstentgang gefordert wird, ist noch nicht entschieden.

Bei den Freiheitlichen sieht man einem Prozess gelassen entgegen. „Würden wir uns fürchten, hätten wir uns ja außergerichtlich geeinigt“, sagt FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky.

Der Werfer sei ein „bekannter Provokateur“, der früher schon mit Eiswürfeln in Richtung Strache geworfen hätte. „Dem Herren muss man jetzt Stopp sagen. Wir zeigen ihn wegen gefährlicher Drohung an.“