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Chronik Wien
05/14/2012

Häuslschmäh auf der Insel?

Medienwirksam wurde das erste der 13 neuen Hightech-WCs der Donauinsel präsentiert. Der Haken: Es gibt zu wenige.

von Martin Gantner

Der Pensionist Andreas Janasik will kein Spielverderber sein und dennoch sagt er: "Das könnte grauslich enden." Mit großem Pomp präsentierte die Magistratsabteilung 45 (Gewässer) vor Kurzem die Erste von insgesamt 13 neuen Super-Toiletten auf der Donauinsel bzw. am gegenüberliegenden Ufer. Die sogenannten "Insel-WCs" sind Hightech-Aborte aus Edelstahl. Für Mann und Frau getrennt begehbar. Mit angeschlossener Dusche, geruchsneutral und angeblich vor Vandalenakten sicher. "Sie sind wirklich schön und sehr viel hygienischer als die WC-Anlagen von früher", sagt selbst Janasik, "doch das Problem ist: Es sind zu wenige."

Denn was die Verantwortlichen der MA 45 bei der Präsentation des Nobel-Häusls nicht erwähnten: Die Zahl der Toiletten wurde im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert. Waren es 2011 noch knapp 50 Toiletten, die über die Insel und den Verstärkungsdamm verteilt waren, so sind es heuer nur noch 32 Anlagen. "Im Bereich der Raffineriestraße baden und grillen an Spitzentagen Zehntausende Wiener. Auf sieben Kilometern gab es dort bis jetzt sechs Toilettanlagen. Jetzt sind es nur noch drei."

Der Pensionist, der oft mit Gattin und Rad auf der Donauinsel unterwegs ist, fordert: "Der Abstand zwischen den jeweiligen Anlagen sollte nicht größer als drei Kilometer sein. Sonst landet alles im Gebüsch oder im Wasser."

Mit Maß und Ziel


Einer, der die Sorgen Janasiks nachvollziehen kann, ist Gerald Loew, Leiter der MA 45. Er sagt: "Ja, wir haben die Anzahl reduziert. Allerdings gingen der Entscheidung reifliche Überlegungen voraus."

Loew redet von Häusl-Studien, bei denen untersucht wurde, wie oft welche Toiletten genutzt wurden. "Nun befinden sich die Anlagen vor allem dort, wo die Besucherfrequenz am höchsten ist. Am oberen und unteren Ende der Insel werden die Badegäste und somit auch die Toiletten weniger." Und man habe in Qualität investiert. "Wir mussten die Erfahrung machen, dass Toiletten, obwohl vorhanden , oft nicht genutzt wurden, weil sie nicht so hygienisch waren."

Und was, wenn Andreas Janasik doch recht behält und die ganze Sache wirklich "grauslich endet"? "Dann", sagt Loew, "werden wir natürlich rasch reagieren."

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