Chronik | Wien
05.12.2011

Häftling kam mit falscher Identität frei

Ein 31-jähriger Serbe gab sich als sein kurz vor der Entlassung stehender Zellengenosse aus und marschierte aus der Justizanstalt Wien-Josefstadt.

Eine peinliche Panne gab es, wie erst jetzt bekannt wurde, jüngst in der Justizanstalt Wien-Josefstadt: Ein Häftling tauschte mit seinem Zellengenossen die Identität und marschierte statt diesem irrtümlich in die Freiheit.

"Ja, das stimmt", bestätigt Cornelia Leitner von der Vollzugsdirektion einen entsprechenden Bericht der Kronen Zeitung. Der Vorfall ereignete sich demnach bereits am 30. Juni. Ein wegen Einbruchs verurteilter 31-jähriger Serbe, der eigentlich noch einige Monate Haft verbüßen sollte, gab gegenüber den Wachbeamten einfach Namen und Alter seines Zellengenossen an. Denn der 42-Jährige sollte an diesem Tag offiziell entlassen werden, nachdem er seine Strafe wegen Hehlerei abgesessen hatte. Niemandem fiel zunächst der Rollentausch auf: Der Serbe marschierte ganz einfach aus dem Gefängnis. Und tauchte anschließend sofort unter.

Bessere Kontrollen

Stunden später meldete sich dann der Ältere der beiden Zellenkameraden - und musste natürlich ebenfalls entlassen werden. Obwohl ganz offensichtlich der Verdacht der Absprache zwischen den beiden Häftlingen für die dreiste Aktion besteht.

Ermittlungen gegen die involvierten Beamten sind im Laufen. Künftig wird man, so heißt es in der Vollzugsdirektion, von jedem zur Entlassung anstehenden Häftling zusätzlich zu anderen Kontrollen die Fingerabdrücke überprüfen. Um sicher zu gehen, dass auch ja der Richtige das Haus verlässt.

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