Geldmangel: Weniger Operationen im AKH?
Die Ärzte müssen die Zahl der Operationen zurückfahren. Am 22. November wird es eine weitere Betriebsversammlung geben.
Wir haben einen ganzen Stoß von Rückmeldungen besorgter Patienten. Auch Kleinspenden sind schon eingelangt", sagt Thomas Szekeres, Betriebsrat für das wissenschaftliche Personal an der MedUni Wien. Gemeinsam mit Ärztekollegen hat er den Verein "Rettet das AKH" gegründet.
Wie berichtet, sieht sich die MedUni aus budgetären Gründen - es fehlen allein heuer neun Millionen Euro - gezwungen, Einsparungen beim Personal vorzunehmen: 180 Dienststellen und Verträge werden gestrichen, nicht nachbesetzt oder nicht verlängert. Betroffen sind die Anästhesie und die Chirurgie. Zudem müssen Anfang 2012 24 Nachtdiensträder eingespart werden, möglicherweise in der Dermatologie, HNO oder Gynäkologie.
Das könnte für die Patienten spürbare Konsequenzen haben: "Wir rechnen mit einer Reduktion der OP-Kapazitäten um 30 Prozent", sagt Szekeres. Dementsprechend werden die Wartezeiten länger. "Auch die Notfallaufnahme wird nur mehr eingeschränkt funktionsfähig sein", warnt der Arzt.
Betriebsversammlung
Im Wissenschaftsministerium heißt es dazu: "Durch die Leistungsvereinbarung und das Globalbudget ist die Finanzierung der Medizinischen Universität bis Ende 2012 gesichert. Unter anderem enthält es zusätzliche 15 Mio. Euro speziell für zusätzliche Ärztestellen."
Über die Höhe des Universitätsbudgets ab 2013 sei man "in guten Verhandlungen" für eine Hochschulmilliarde und damit auch für zusätzliche Mittel für die MedUni. Die Ärzte bleiben kämpferisch: Am 22. November wird es eine weitere Betriebsversammlung geben. Auch Demonstrationen sind nicht ausgeschlossen.