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Chronik Wien
12/05/2011

Gefesselte Leiche: Polizei bittet um Hilfe

Noch fehlt im Todesfall einer reichen Geschäftsfrau aus der City jede Spur. Jetzt wird auch in der Sadomaso-Szene ermittelt.

von Michael Berger

Die mysteriöse Bluttat an der wohlhabenden Geschäftsfrau Elisabeth Wieninger-Forster führt die Ermittler jetzt auch in die bizarre Sadomaso- und Fesselungsszene.

Wie berichtet, wurde die 48-jährige ehemalige Holzhändlerin Samstagvormittag tot in ihrem Nobel-Apartment in der Wiener Innenstadt (Rauhensteingasse 7) gefunden. Sie lag in Reizwäsche, an Händen und Füßen gefesselt, auf der Couch. Laut Obduktion wurde sie mit einem am Tatort sichergestellten Gürtel erdrosselt.

Mehrere Indizien, aber keine Beweise führen in die Welt der gefährlichen Sexpraktiken wie Fesselungen oder Atemkontrolle. Weiters wollen Zeugen die Frau öfter mit verschiedenen Männern im Umfeld ihrer Wohnung gesehen haben.

Die ermittelnden Beamten des Landeskriminalamtes bit-ten unter Tel.: 01/31310-33110 (Gruppe Stöckelhuber) um Hinweise. Zwei Fragen werden an die Öffentlichkeit gerichtet: Wer hat Elisabeth Wieninger-Forster, Rufname Sissi, ab Dienstag, 13. September, gesprochen, und wer kann Angaben über ihren Aufenthalt bzw. Aktivitäten ab dem 13. September machen? Ein Anhaltspunkt kann auch die Tätowierung ( Ich bereue nichts ) am rechten Unterarm des Opfers sein.

Den Kick suchen

Von Kontrolle geprägte Sexspiele finden vor allem in den "besseren Kreisen" immer mehr Anhänger. Johannes Wahala, Präsident der österreichischen Gesellschaft für Sexualforschung, bestätigt: "Es ist eine Zunahme zu registrieren. Man sucht den Kick."
Denn Fesselspiele, Atemkontrollen, Latex- und Bondagepraktiken, Schläge oder Demütigungen können einen Rauschzustand und Glücksempfinden auslösen. Wahala: "Der Stoffwechsel produziert Adrenalin und Endorphine." Macht, Dominanz, aber auch Unterwürfigkeit spielen dabei eine tragende Rolle.

Codewort

"Menschen in hohen Positionen mit viel Verantwortung und Stress liefern sich gerne einmal einem Partner aus. Man will sich bedingungslos anvertrauen und fallen lassen", beschreibt Wahala den Trend. Nachsatz: "Dazu gehört aber eine starke Vertrauensbasis. Die Partner müssen sich ein Codewort ausmachen. Ist das ausgesprochen, muss Schluss sein. Dieses Vertrauen wird aber viel zu selten überprüft."

Aktuell jedenfalls haben die Ermittler noch keine konkreten Anhaltspunkte.
So auch im Fall des am Samstag erstochenen 32-jährigen Kärntners in Wien-Margareten. In der Wohnung des Arbeitslosen stellten die Kriminalisten Marihuana-Pflanzen sicher. Der Täter wird in diesem Fall im Suchtgiftmilieu vermutet.

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