Ulrike P. (72) wurde von den Tätern der Kiefer zertrümmert.

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Österreich/Deutschland
09/13/2015

Gefasste Räuber töteten offenbar in Bayern einen Mann

Verdächtige malträtierten auch mehrere Opfer bei Überfällen in Österreich.

von Patrick Wammerl

In Niederösterreich wurden Pensionistinnen schwer verletzt, in Deutschland musste ein Mann sogar sterben. Raubermittler des nö. Landeskriminalamtes (LKA) haben nicht nur eine Raubserie in mehreren Ländern, sondern offenbar auch einen Mord in Bayern geklärt.

Wie vom KURIER berichtet wurden in Zusammenhang mit mehreren Überfällen auf Pensionisten in ihren Wohnhäusern Anfang der Woche sieben verdächtige Rumänen bei einem nächtlichen Zugriff in Wien festgenommen. Die Bande soll auch für einen Raubmord in Bayern verantwortlich sein. Ein Mitglied der Gruppe hat bei Vernehmungen in der Untersuchungshaft ein Teilgeständnis abgelegt.

Die Bluttat hat sich am 5. September in Meiling bei Seefeld (Landkreis Starnberg) ereignet. "Mit brutaler Gewalt schlugen die Täter auf einen 72-jährigen Rentner und dessen 67-jährige Ehefrau ein und sperrten beide in eine kleine Kammer", erklärt die bayrische Polizei. Die hilflos zurückgelassenen Opfer wurden erst einen Tag später entdeckt – zu spät für den Pensionisten. Er überlebte das Martyrium nicht, seine Frau wurde schwer verletzt.

Home Invasion

Auch in Österreich gehen mehrere Home Invasions, wie diese Form der Überfälle genannt wird, auf das Konto der Rumänen. Dass es hierzulande keine Todesopfer gegeben hat, bezeichnen LKA-Ermittler als puren Zufall. "Denn die Brutalität mit der die Opfer malträtiert wurden, ist enorm", sagt ein Beamter. Martha Postl aus Puchberg am Schneeberg (Bezirk Wiener Neustadt) wurde im Juli von zwei Tätern überfallen. Sie wurde nachts in ihrem Bett überwältigt, die Peiniger droschen auf ihr Gesicht ein. Erst als die 69-Jährige einen epileptischen Anfall vortäuschte, ließen sie von ihr ab.

Auch für einen Überfall Ende August in Strengberg im Bezirk Amstetten dürften die Rumänen verantwortlich sein. Die 72-jährige Ulrike P. wurde vor ihrem Haus mit einer Stange niedergeschlagen. Die Täter zerrten die hilflose Frau ins Gebäude und zertrümmerten ihr mit harten Schlägen den Kiefer. "Bitte lassen sie mich am Leben, habe ich geschrien", erzählte sie später im Krankenhaus.

Die Bande soll für weitere Taten verantwortlich sein. Details will die Polizei demnächst bekannt geben.