Gedenkveranstaltung in Paris

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Chronik | Wien
01/09/2015

Gedenkveranstaltung für Charlie-Hebdo-Opfer

Am Sonntag findet auf dem Wiener Ballhausplatz eine Gedenkveranstaltung für die Terror-Opfer in Paris statt.

Nach den erschütternden Ereignissen in Frankreich herrscht auch in Österreich tiefe Betroffenheit. Am kommenden Sonntag findet daher um 16 Uhr auf dem Ballhausplatz in Wien eine überkonfessionelle Gedenkveranstaltung für die Terror-Opfer in Paris statt. Daran werden sich u.a. die österreichische Bundesregierung und die Glaubensgemeinschaften Österreichs beteiligen.

Faymann: "Gegen Terror und für Frieden"

"Wir werden, Bundesregierung und Glaubensgemeinschaften, aufrufen, am Sonntag eine Gedenkstunde am Ballhausplatz abzuhalten", sagte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) vor Journalisten. Laut Faymanns Sprecherin Susanna Enk werden neben Faymann und Bundespräsident Heinz Fischer auch Nationalratspräsidentin Doris Bures, Vizekanzler Reinhold Mitterlehner und die Spitzenvertreter der großen Glaubensgemeinschaften in Österreich an der Gedenkstunde teilnehmen. Die Öffentlichkeit sei ebenfalls eingeladen.

Zudem werden Schauspieler - darunter Peter Matić - im Gedenken an die Toten der Charlie-Hebdo-Redaktion Texte gegen den Hass verlesen - Reden sollen keine gehalten werden. "Da geht es nicht darum, laut zu schreien, sondern laut einzutreten gegen den Terror und für den Frieden", betonte Faymann.

Auf die Frage, ob sich die Gegensätze zwischen den Glaubensgemeinschaften durch die angekündigte Pegida-Demonstration in Wien aufschaukeln könnten, erklärte Faymann: "Ich habe immer die Befürchtung, dass Extreme versuchen, die Ängste von Menschen zu nutzen, um sie umzuwandeln in Hass." Gewalttaten wie jene in Paris seien zu verurteilen. Es ergebe aber keinen Sinn, Menschen oder Religionen pauschal zu verurteilen, fügte er hinzu.

Online-Petition

Die GPA (Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier) hat unterdessen eine Online-Solidaritätserklärung initiiert - wer unterzeichnen will, ist hier richtig.

Hohe Alarmbereitschaft in Österreich

Der Bundeskanzler hat bestätigt, dass sich auch die österreichischen Sicherheitskräfte in "hoher Alarmbereitschaft" befinden. Faymann sagte am Freitag, es werde auch die Einberufung des nationalen Sicherheitsrates vorbereitet.

"Es gibt eine hohe Alarmbereitschaft", sagte Faymann. Es seien bereits eigene Vorkehrungen der Sicherheitskräfte getroffen worden. "Ich habe großes Vertrauen in die Sicherheitskräfte", fügte der Kanzler hinzu. In diesem Zusammenhang bekannte er sich auch zu einer zusätzlichen finanziellen Ausstattung der Sicherheitskräfte, sollte dies erforderlich sein.

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