Die Vienna auf Abwegen: Im aktuellen Fall auf Verbrecherjagd

© KURIER/Gilbert Novy

Selbstjustiz
10/15/2015

Fußballverein jagt Dieb

Vienna veröffentlichte Bild des mutmaßlichen Täters auf Facebook.

von Michaela Reibenwein

Der Vorfall ist für den Wiener Traditionsclub Vienna mehr als ärgerlich. Zielgerichtet spaziert ein unbekannter Mann durch die Gänge der Hohen Warte. Wenig später fehlen Geldbörsen und Mobiltelefone aus der Damengarderobe.

So geschehen am vergangenen Freitag. Die Damenmannschaft trainierte gerade, das Herrenteam spielte auswärts in Schwechat. In dem leicht zugänglichen Mannschaftsbereich ist zu dem Zeitpunkt niemand. Als das Frauenteam in die Kabine zurückkehrt, fehlen sämtliche Wertgegenstände. "Auf unserem Video hat sich gezeigt, dass nur dieser Mann als Täter in Frage kommt. Er ist als einziger ein- und ausgegangen", sagt Teammanager Gerhard Blagusz. Es wurde Anzeige bei der Polizei erstattet. Doch der Fußballverein ging noch einen Schritt weiter: Man veröffentlichte Bilder vom mutmaßlichen Täter auf Facebook und rief zur Mithilfe auf: "Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, wird sich der Verein erkenntlich zeigen!" Der Beitrag wurde bis Mittwochabend fast 400 Mal geteilt.

"Wir haben das schon einmal gemacht. Damals hat ein Mann ein Trikot der Kampfmannschaft gestohlen", erzählt Blagusz. Der reuige Täter stellte sich am nächsten Tag, entschuldigte sich für die "b’soffene Gschicht" und zahlte als "Strafe" 50 € an die Caritas.

Doch die Veröffentlichung eines Bildes eines mutmaßlichen Straftäters ist rechtlich problematisch – so lange keine Einwilligung der Staatsanwaltschaft vorliegt. Und die gibt es in diesem Fall nicht. "Ein Polizist hat uns gesagt, das passt schon", sagt der Teammanager. "Wir haben das Videomaterial noch gar nicht bekommen", kontert Polizei-Sprecher Patrick Maierhofer.

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