Freibäder: Das große Warten auf die Sonne

Leere Becken sind derzeit die Regel im Laaerbergbad.
Foto: KURIER/Deutsch

Das Laaerbergbad leidet unter dem schlechten Wetter. Für die Bademeister gibt es aber trotzdem genug zu tun.

Manuela Wagner blickt auf das fast leere Sportbecken. Nur fünf Gäste schwimmen ihre Längen. "Derzeit muss man sich wirklich nicht fragen, ob das Freibad oder ein Solarium das bessere Geschäft macht - das ist ganz klar das Solarium", sagt die 26-Jährige. Manuela ist Badeaufseherin im Laaerbergbad und eine von 29 Angestellten, die sich während der Badesaison um die Gäste kümmern.

Das Freibad in Wien-Favoriten wurde zwischen 1957 und 1959 von der Gemeinde Wien erbaut. Neben fünf Gastronomie-Betrieben beherbergt es vier Schwimmbecken. An schönen Tagen strömen ungefähr 6000 Wasserratten durch das Tor. Beim derzeitigen trüben Wetter findet man hingegen nur ein paar vereinzelte Badegäste auf der weitläufigen Wiese. An einem kleinen Tisch spielen Kurt Fuhrmann und Rita ein Brettspiel. "Wir haben hier eine Saisonkabine und kommen auch bei schlechterem Wetter her", erklärt Rita. "Bei Regen setzen wir uns einfach unters Dach". Kurt Fuhrmann ist bereits seit 20 Jahren Stammgast im Laaerbergbad. Er zeigt auf einen großen Baum: "Seit der Baum gepflanzt wurde, komme ich hierher".

Besucherrückgang

Leere Becken sind derzeit die Regel im Laaerbergbad. Foto: KURIER/Deutsch Leere Becken sind derzeit die Regel im Laaerbergbad.

Nicht alle Wiener trotzen dem Wetter so wie Kurt und Rita. Derzeit bleiben nicht nur in Favoriten häufig die Gäste aus: Seit Mai kamen fast ein Viertel weniger Besucher in die Freibäder als im Vorjahr. Im Juli waren sogar nur etwa halb so viele Gäste wie im vergangenen Jahr anzutreffen, gibt Bäder-Sprecher Martin Kotinsky an.

Den Bademeistern wird aber auch bei schlechtem Wetter nicht langweilig. "Es gibt viel zu tun. Die Grundhygiene muss täglich gewährleistet werden", erklärt Manuela. Sechs Bademeister sind pro Tag im Einsatz - bei Regen und Sonnenschein. Wenn die Gäste ausbleiben, werden Wartungsarbeiten wie Rasenmähen oder Heckenschneiden erledigt, um das Bad herauszuputzen. "Natürlich verdienen die Badeaufseher bei Schlechtwetter gleich viel wie bei Sonnenschein", erklärt der stellvertretende Betriebsleiter Christian Marchart. Trotzdem wartet Manuela auf schönes Wetter. Bei Sonnenschein arbeit es sich einfach besser.

Bädertour-Termine

Bei der KURIER-Bädertour gibt es im Laaerbergbad am Samstag, den 30. 7., jede Menge Spiel und Spaß für die Besucher. Weitere Termine: 6. 8. Simmeringer Bad, 13. 8. Krapfenwaldbad, 20. 8. Strandbad Alte Donau, 27. 8. Schafbergbad.

(kurier / Katja Fenkart) Erstellt am
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