Fix: U1 wird nach Oberlaa ausgebaut

U1
Foto: Reinhard Vogel Die U1 wird nun doch nicht nach Rothneusiedl geführt, sondern nach Oberlaa

Das zähe Ringen endet mit einer Überraschung. Die U1 wird doch nicht nach Rothneusiedl verlängert, Endstation ist die Therme Wien.

Die Journalisten hatten das burgenländische Rust bereits wieder verlassen, als die Wiener SPÖ im kleinen Kreis beriet, was erst heute, Mittwoch, offiziell bekannt gegeben werden sollte. Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) informierte ihre Partei auf der SP-Klausur gemeinsam mit den Geschäftsführern der Wiener Linien fernab der Kameras über die geplante U1-Verlängerung. Für viele Genossen war die Überraschung groß.

Immerhin wird die rote U-Bahn-Linie im Süden nicht nach Rothneusiedl, sondern bis 2017 über Troststraße, Altes Landgut, Alaudagasse und Stockholmer Platz/Neulaa zur Therme Wien geführt werden (siehe Grafik). Das erfuhr der KURIER aus gut informierten Rathaus-Kreisen.

Im Büro Brauners will heißt es: „Details wird es auf der Pressekonferenz am Mittwoch geben.“ Details, die dem KURIER bereits vorliegen. Die U1 soll wie ursprünglich geplant zum Stockholmer Platz/Neulaa verlängert werden, dann aber Richtung Therme schwenken. Hier liegen bereits Schienen der Straßenbahnlinie 67, die man für die U-Bahn leicht adaptieren könnte. Endstation wäre die Therme Wien – Fahrtzeit bis zum Stephansplatz: 20 Minuten.

Bedenken

Grafik U1 Foto: KURIER Grafik

Allerdings wurden schon 2003 Bedenken an dieser Variante laut, wie eine Untersuchung, die dem KURIER vorliegt, bestätigt. Langfristig gäbe es in Oberlaa weniger Einwohner und Arbeitsplätze als in Rothneusiedl. Daher dürften in derzeit unberührten Grüngebieten wie dem Goldberg Siedlungen gebaut werden.

Ein zweites Problem sind die Pendler. Sie sollen zum Umstieg auf die U-Bahn bewegt werden. Doch in Oberlaa dürfte es schwieriger werden, geeignete Standorte für Park-and-Ride-Anlagen zu finden. Außerdem müssten Pendler hierzu durch die alten Ortskerne von Oberlaa und Unterlaa fahren.

Stolperstein Stronach?

Warum aber der Schwenk weg von Rothneusiedl? Wie berichtet soll dort Frank Stronachs Firma Magna bis 2015 ein Vorkaufsrecht für Gründe der Stadt Wien halten. Ein Erbe eines nie realisierten Stadionprojekts in Rothneusiedl. Würde die Stadt dort vor 2015 Gründe für die U-Bahn aufkaufen, könnte Magna von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen.

Allerdings ist die Variante Rothneusiedl nicht zwangsläufig vom Tisch. Denkbar wäre, dass ab der Station Stockholmer Platz/Neulaa die Linie U1 geteilt geführt wird. Nur jeder zweite Zug würde nach Oberlaa fahren.

Bei den Wiener Linien wurde diese Variante intern bereits diskutiert. Technisch machbar wäre es, wie geteilte U-Bahn-Linien in Berlin oder Stockholm beweisen. Und was in Stockholm geht, sollte auch am Stockholmer Platz in Wien möglich sein.

Mehr zum Thema

(kurier / Elias Natmessnig und Martin Gantner) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?