Chronik | Wien
28.11.2016

Fiakerunfall: Fünfjähriger in künstlichem Tiefschlaf

Bub weiter in Lebensgefahr. Fiakerfahrer und Eltern angezeigt.

Der Zustand eines fünfjährigen Buben, der am Samstag in der Wiener Innenstadt von einem Fiaker überrollt und lebensgefährlich verletzt worden ist, "ist derzeit stabil, aber die Situation ist weiterhin kritisch", sagte Christoph Mierau, Sprecher des Krankenanstaltenverbundes (KAV), am Montag zur APA. Das Kind befand sich weiter im künstlichen Tiefschlaf und wurde künstlich beatmet.

Vom Hinterrad der Kutsche überrollt

"Er ist derzeit nicht transportfähig", sagte Mierau, der Bub könne daher nicht in seine Heimat gebracht werden. Der Bub aus der Tschechischen Republik hatte sich mit seinen Eltern und seinem Bruder auf einer Stadtrundfahrt in dem Fiaker befunden, als sich gegen 17.00 Uhr das Unglück in der Strauchgasse ereignete. Der Fünfjährige dürfte unabsichtlich die Tür der Fahrgastkabine geöffnet haben und aus dem Gespann gefallen sein. Das linke Hinterrad der Kutsche überrollte den Buben im Brustbereich.

"Plötzlich Schreie gehört"

"Ich bin mit meiner Kutsche gefahren und habe plötzlich Schreie gehört, dann bin ich sofort stehen geblieben", gab der Fiakerfahrer bei der Einvernahme der Polizei an. Alkohol hatte der Fahrer keinen konsumiert. Die Eltern standen unter Schock und werden laut Polizeisprecher Thomas Keiblinger erst befragt. Der Fiakerfahrer, die Mutter und der Vater wurden wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Straßenverkehr angezeigt.