Chronik | Wien
16.05.2017

Feiern im Palais: Anrainer befürchten Lärm, Betreiber Rufschädigung

Nachbarn sind gegen neue Eventstätte, Verantwortlicher kann die Aufregung nicht verstehen.

Die Bauarbeiten, die dieser Tage im Keller des Palais Wertheim (1., Canovagasse 1-5) stattfinden, haben Anrainer und benachbarte Institutionen alarmiert.

Dabei soll laut Projektbetreiber im ehemaligen "Grey Theater" nur eine neue Eventlocation entstehen, die hauptsächlich für Seminare, Hochzeiten, Firmenfeiern, Cabarets und Tanzveranstaltungen genutzt werden soll. Mit rund acht Events pro Monat rechnet der Betreiber. Wenn alles nach Plan geht, soll die Location im Herbst eröffnet werden.

"Großes Bauchweh"

Doch einige Anrainer befürchten, dass zwischen Musikverein, Hotel Imperial und Schwarzenbergplatz in Wahrheit eine Clubbinglocation mit einer 530 Quadratmeter großen Tanzfläche eröffnet werden könnte, wie es schon vor drei Jahren geplant war. "Wie soll denn mit nur acht Events das Geld für den teuren Umbau hereinkommen? Das wird bestimmt öfters bespielt", meint ein Anrainer, der lieber anonym bleiben möchte. "Und dann werden Betrunkene unterwegs sein, Raucher kommen für die Zigarette nach draußen und es wird die ganze Nacht Lärm geben."

Auch Thomas Angyan, Intendant des Musikvereins, hat "großes Bauchweh" bei dem Projekt.

"Eine Clubbinglocation passt nicht in diese Gegend. Wir kennen das vom Popfest. Was da am nächsten Tag zurückbleibt, ist äußerst unansehnlich. Wir fürchten, dass wir das ab Herbst dann öfters zu sehen bekommen."

"Nur Eventlocation"

Shahin Nejad, Geschäftsführer der "Schwarzenbergplatz Event GmbH" und Betreiber des künftigen "Palais Wertheim", weist die Vorwürfe entschieden zurück: "Wir planen keine Clubbing-, sondern eine Eventlocation wie die Halle E im MuseumsQuartier oder den Kursalon Hübner." Deshalb sei auch der Betreiber des Kursalons mit im Boot.

Nejad erläutert: "Es wird auch keinen Dauerbetrieb mit Raves oder Hip-Hop-Events geben, wie von den Anrainern befürchtet. Auch die Tanzfläche für eventuell stattfindende Tanzveranstaltungen kann gar nicht 530 Quadratmeter haben, weil der gesamte Saal nur so groß ist. Und wir garantieren, dass keinerlei Lärm die Nachbarschaft stören wird, weil wir beim Bau sehr viel Wert auf den Schallschutz legen."

Von der Liegenschaftseigentümerin, der Wiener Städtischen, heißt es auch, dass lediglich Veranstaltungen wie Theatervorführungen und Firmenevents oder Feiern im gehobenen Bereich für dieses Objekt vereinbart seien. Die Genehmigung von der zuständigen Magistratsabteilung für Veranstaltungswesen (MA 36) ist dafür noch ausständig.

Da laufend Beschwerden in der Bezirksvorstehung dazu eintreffen, sieht sich nun Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) genötigt, zu handeln. Voraussichtlich Ende Mai soll ein runder Tisch mit allen Beteiligten stattfinden.