400 Narren marschierten am vergangenen Wochenende durch den Prater

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Aktivitäten
02/28/2017

Faschingsumzüge in Wien: Bürokratie bremst Narren

Die großen Faschingsumzüge gibt es nicht mehr, der Nachwuchs macht Sorgen

von Michaela Reibenwein

Der Fasching ist tot. Es lebe der Fasching. Die große Zeit des Wiener Narrentreibens ist vorbei. Der große Umzug über den Ring ist Geschichte. Stattdessen marschierten am vergangenen Wochenende rund 400 Faschingsnarren durch den Prater.

Faschingsfeiern beim Wirten ums Eck gibt es kaum noch, bestätigt auch Gastro-Obmann Peter Dobcak. "Die Jungen treffen sich lieber privat zu Festen", sagt er. Dabei würde er es befürworten, die Tradition wieder aufleben zu lassen. "Wieder einen großen Umzug zu etablieren, das wäre eine tolle Sache", sagt Dobcak.

Brandgefahr

Wobei: Die Gilden gibt es noch immer. "Wir haben 180 Mitglieder, davon rund 50 Aktive", sagt Lothar Reitinger von der Faschingsgilde Döbling. "Es tut sich schon einiges. Unsere Faschingssitzungen waren ausverkauft." Nur werde es immer schwieriger, Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. "Unsere Tafeln können wir nicht mehr aufhängen, weil wir eine Brandschutzeignung vom Sachverständigen dafür brauchen", schildert er. Girlanden sind deshalb ebenso verboten. Und auch die Kostüme müssen den Sicherheitsvorschriften entsprechen. "Das macht uns das Leben schwer."

Junge seien schwer zu halten. Oder wie es Reitinger ausdrückt: "Die Führungsspitze ist leicht ergraut." Bei Umzügen wiederum darf kein Alkohol ausgeschenkt werden, Zuckerln dürfen aus Sicherheitsgründen nicht geworfen werden und pro Fahrzeug muss ein Sicherheitsmann mitgehen.

Lust auf Verkleidung

Dabei haben die Wiener durchaus Lust auf den Fasching. Laut einer aktuellen Studie der Makam Research Gmbh verkleiden sich 250.000 Wiener, 13 Prozent dekorieren ihre Wohnung und ganze 43 Prozent würden sich für den Fasching begeistern und durchschnittlich 53 Euro dafür ausgeben.

Manche auch mehr. Im K+K Domgasse freut man sich über das gute Geschäft. "Trump-Perücken haben sich verkauft wie die warmen Semmeln", sagt Karin Dietl. Bis zu 200 Euro würden die Kunden für ein Kostüm ausgeben.

Die Gastronomie jedenfalls freut sich schon auf das Ende des Faschings. "Der Heringsschmaus ist für uns ein großer Umsatzbringer und guter Abschluss der Ballsaison", sagt Dobcak.

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