Chronik | Wien
10.04.2017

Ex-Freundin malträtiert: Prozess um Mordversuch

In erster Verhandlung sah Gericht am Ende Indizien für Tötungsvorsatz. 24-Jähriger am 24. April vor Wiener Geschworenen.

Weil er nach der Trennung seine Ex-Freundin stundenlang malträtiert haben soll, muss sich ein 24 Jahre alter Mann am 24. April wegen versuchten Mordes im Wiener Landesgericht für Strafsachen verantworten. Der gebürtige Algerier hatte der 29 Jahre alten Frau in der Nacht auf den 12. August 2016 mit einem Stanley-Messer Schnittverletzungen am ganzen Körper und im Gesicht zugefügt.

Nachdem sich die Rumänin von dem Mann getrennt hatte, bat er sie zu einer letzten Aussprache in seine Wohnung in Wien-Landstraße. Dort soll er sie laut Anklage mehrere Stunden festgehalten und zunächst mit Schlägen und Tritten traktiert haben. Er schlug ihr auch eine Bierflasche auf den Kopf, zückte dann das Messer und schnitt der Frau die Haare ab, ehe er sie am Kopf, an den Armen und den Beinen verletzte.

Die 29-Jährige schaffte es, sich blutüberströmt aus der Wohnung zu retten. Ein Nachbar, der sie wahrnahm, verständigte umgehend die Polizei. In einer ersten Verhandlung, in der dem Mann absichtliche schwere Körperverletzung vorgeworfen wurde, hatte es ein Unzuständigkeitsurteil gegeben. Das Gericht kam nach dem Beweisverfahren zum Schluss, dass Indizien in Richtung eines Tötungsvorsatzes gegeben waren. Diese sind zwingend von einem Schwurgericht zu prüfen.

Den nunmehrigen Prozess wird Richterin Eva Brandstetter leiten. Für den Angeklagten geht es um zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft