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Zum "Al-Quds-Tag"

Erneut anti-israelische Demonstration in Wien

Gegner Israels trafen auf Gegendemonstranten. Friedliches Maccabi-Haifa-Match in Leogang.

07/26/2014, 10:42 PM

Nicht nur fĂŒr Josef S. wurde am Samstag in Wien demonstriert (mehr dazu hier), auch fĂŒr und gegen die israelische Politik gingen Menschen auf die Straße. Im Vorfeld waren die BefĂŒrchtungen groß, dass es in der Innenstadt zu ZusammenstĂ¶ĂŸen kommen könnte. Die Polizei war schließlich vorgewarnt: Schon am vergangenen Wochenende waren 11.000 Menschen vom Westbahnhof zum Heldenplatz marschiert, um Parolen wie „Kindermörder Israel“ und „Allahu akbar“ zu skandieren.

Am Samstag war die Stimmung ebenfalls aufgeheizt, als muslimische Organisationen zum „Al-Quds-Tag“ (iranischer Feiertag, Anm.) eine Kundgebung veranstalteten. Rund 400 Personen zogen vom Morzinplatz zum Stephansplatz. Dabei wurde unter anderem die Vernichtung Israels gefordert. „Stoppt das Massaker in Gaza“ schrien sich die Teilnehmer die Seele aus dem Leib.

Brenzlig wurde die Situation fĂŒr die EinsatzkrĂ€fte aber nur einmal – als am Lugeck die Anti-Israel-Demonstranten auf eine Gegen-Demo trafen, die unter dem Motto „BĂŒndnis gegen den Al-Quds-Tag in Wien“ durch die Gassen zog. Bis auf verbale Beschimpfungen lief aber auch dieses Zusammentreffen ohne Gewalt ab. Polizisten konnten Auseinandersetzungen verhindern.

Kundgebung

Auch jene, die gegen den „Al-Quds-Tag“ demonstrierten, setzten sich aus mehreren Organisationen zusammen. Unter anderem marschierten Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde und das iran-kritische BĂŒndnis „Stop the bomb“ mit. Auf der Kundgebung sprachen etwa die HolocaustĂŒberlebenden Vilma Neuwirth und Rudi Gelbard sowie Marco Schreuder, Fraktionsvorsitzender der GrĂŒnen im Bundesrat. „Stop the bomb“-Sprecher Stefan Schaden betonte, dass man gegen die „antisemitische Hetze“ ein Zeichen setzen wollte.

Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten finden Sie hier.

Ein friedliches Fußballfest in Leogang

Ein friedliches Fußballfest haben rund 300 Fans am Samstagabend beim Testspiel zwischen dem israelischen Verein Maccabi Haifa und dem deutschen Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn in Leogang, im Salzburger Pinzgau, gefeiert. Im Vorfeld der Partie gab es große Aufregung, so wurde die Partie auch als Hochsicherheitsspiel eingestuft. Rund 30 Polizisten waren vor Ort im Einsatz. Haifa gewann 2:1 (1:0).

Der Konflikt im Gazastreifen hatte am vergangenen Mittwoch im salzburgischen Bischofshofen zu schweren Ausschreitungenbeim Freundschaftsspiel zwischen dem französischen Oberhausclub OSC Lille und Maccabi Haifa gefĂŒhrt. Das Spiel wurde in der 85. Minute beendet, nachdem Zuseher mit palĂ€stinensischen Flaggen auf das Feld gestĂŒrmt waren und israelische Spieler attackierten. Verletzt wurde zwar niemand, doch es gab 20 Anzeigen.

Die EinsatzkrĂ€fte, darunter auch Polizisten in Zivil und "szenekundige" Beamte sowie der Verfassungsdienst, patrouillierten vor dem Leoganger Stadion, in der Steinbergarena waren sie wĂ€hrend der 90 Spielminuten nicht prĂ€sent. DafĂŒr gab es beim Einlass strikte Kontrollen, MĂ€nner mussten ihre Hosentaschen, Frauen ihre Handtaschen ausrĂ€umen. Anfeindungen von der TribĂŒne oder Aufregung gab es bei dem live im israelischen Fernsehen ĂŒbertragenen Spiel keine.

Israelis umjubelt

Im Gegenteil: Die Israelis wurden von den Zusehern, darunter auch viele deutsche Touristen, lautstark angefeuert und ihre Tore bejubelt. "Kein Wunder. Das ist ja fĂŒr Maccabi ein Heimspiel", erklĂ€rte Leogangs BĂŒrgermeister Sepp Griesner. Der israelische Traditionsklub bereitet sich schon das zehnte Jahr im Sommer in Salzburg auf die neue Saison vor. "Da gibt es inzwischen auch viele Freundschaften."

UrsprĂŒnglich hĂ€tte das Spiel zwischen Haifa und Paderborn in der Tiroler Gemeinde Kirchbichl durchgefĂŒhrt werden sollen, doch die Gemeinde sagte am Freitag kurzfristig ab. "Aufgrund der Vorkommnisse in Salzburg am Mittwoch gibt es massive Sicherheitsbedenken", begrĂŒndete Wilfried Ellinger, VizebĂŒrgermeister von Kirchbichl, die Entscheidung. "Wir sind eine 5.000 Seelen-Gemeinde und haben nicht einmal eine eigene Polizeiinspektion im Ort", so Ellinger. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, wĂ€re es von der Sicherheitssituation her "einfach nicht zu bewĂ€ltigen". Dieses Risiko wolle die Gemeinde nicht eingehen.

Ganz anders dachte man in der 3.200-Einwohner-Gemeinde in Salzburg, wo es ebenfalls keine eigene Polizeistation gibt. "FĂŒr uns als Veranstaltungsbehörde war dies kein Problem", berichtete Griesner. "Als wir am Samstag in der FrĂŒh vom Innenministerium die Genehmigung bekamen, haben wir sofort den Veranstaltungsbescheid ausgestellt. Sicherheitsbedenken gab es keine." DafĂŒr Geschenkkörbe mit Produkten der Leoganger Bauern fĂŒr die Mannschaften.

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