Chronik | Wien 28.12.2011

Einbrecher spionierten Bures aus

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Während die Ministerin Verwandte besuchte, wurde in ihre Wohnung eingebrochen. Die Täter wussten, dass niemand zu Hause war.

Politische Hintergründe wurden Mittwochfrüh von den Ermittlern des Landeskriminalamtes ausgeschlossen. Verkehrsministerin Doris Bures war zwischen 25. und 27. Dezember Opfer von Einbrechern geworden. In diesem Zeitraum war sie nicht in Wien. Dienstagabend schlug ein aufmerksamer Nachbar in Wien-Alsergrund bei der Polizei Alarm: "Die Wohnungstüre der Frau Minister ist aufgebrochen."

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Doris Bures gerade auf dem Heimweg von ihren weihnachtlichen Verwandtschaftsbesuchen. Sie wurde umgehend von der Polizei verständigt, berichtete die Krone.

Geschockte Ministerin

Tatort: Die Täter hatten die Tür mit einem Brecheisen geöffnet.
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"Obwohl die Türe mehrfach versperrt war, haben sich die Täter Zutritt verschafft. Den Sachschaden kann ich noch nicht beziffern. Die Feuerwehr hat meine Eingangstüre schließlich gesichert", sagt die geschockte Ministerin.

Beim KURIER-Lokalaugenschein Mittwochvormittag waren die Einbruchsspuren nicht mehr erkennbar. Tatsache ist aber, dass die Wohnung gründlich durchsucht worden war. Polizeisprecher Mario Hejl:" Das Tatortbild entspricht einem klassischen Einbruch. Die Wohnung war durchwühlt."

Die Einbrecher dürften sich demnach relativ sicher gefühlt haben. Daher liegt auch die Vermutung nahe, dass Bures vor dem Einbruch beobachtet wurde. Zumindest dürften die Kriminellen gewusst haben, dass sie über die Feiertage nicht daheim ist.

Leichter Zutritt

Hausmeister Urosevic: "Hier kommt jeder rein."
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Zusätzlich ermöglichte ein Sperrmechanismus der Haustür den Zutritt. Hausmeister Miodrag Urosevic erklärt: "Es kann jeder ins Haus. Auch ohne Schlüssel. An der Stahlpforte gibt es ein Schnapperl. Es öffnet von außen die Tür. Wer das weiß, kommt ohne anzuläuten ins Gebäude." In dem Haus sind eine Arztpraxis und das Ausbildungszentrum der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) beheimatet.

Mittwochvormittag befragten Kriminalisten die Geschäftsleute in der Umgebung. Unter anderem Blumenhändler Eshiba A.: "Ich habe nichts Verdächtiges gesehen. Aber es weiß ja niemand genau, wann der Einbruch gewesen sein soll."

Die beiden Schwestern der nahe gelegenen Trafik (sie wollen anonym bleiben, da sie bereits überfallen wurden) sagen: "Natürlich wissen wir, dass Frau Bures gegenüber wohnt. Als sich ein Kunde wegen des Zigarettenautomats beschwert hat, haben wir einen weißen Kleintransporter gesehen. Der ist vor dem Hauseingang gestanden. Aber an einen Einbruch denkt man da auch nicht gleich."

( Kurier ) Erstellt am 28.12.2011