Drei Skelette in Wand: Spur führt zu Wirt

Dach
Foto: KURIER/Bissuti Die Knochenteile wurden bei einem Dachausbau in Meidling entdeckt.

20 Knochenteile wurden bei Dachausbau in Wien-Meidling entdeckt. Ursache und Zeitpunkt des Todes sind rätselhaft.

Wir haben schon öfters Gewehre und Pistolen gefunden, aber das ist auch für uns neu“, sagt Polier Anton Winkler zum KURIER. Sein Arbeiter Ramiz Muratovic hatte die 20 Knochenstücke am Dienstag bei Dachausbauten in der Meidlinger Schallergasse 45 entdeckt. Die Überreste, darunter Teile eines Schädels, dürften von drei Menschen sein.

Das Wohnhaus wurde vor rund 70 Jahren gebaut, weshalb sich die Ermittlungen schwierig gestalten. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ist noch im Gange, die Polizei geht aufgrund der dunklen Verfärbung der Knochen davon aus, dass die Gebeine schon viele Jahre alt sind. Das Haus dürfte seit der Errichtung insgesamt drei Personen gehört haben, vor allem der erste – ein als „dubioser Wirt“ beschriebener Mensch – könnte dafür verantwortlich sein.

Fix ist jedenfalls, dass große Teile der Skelette fehlen. Deshalb ist auch denkbar, dass bei der Errichtung in der Nachkriegszeit einfach irgendein Bauschutt aus ausgebombten Häusern als Dämmung verwendet wurde. Dazwischen könnten sich Überreste von Toten aus dem Weltkrieg befunden haben. Am Mittwoch wurde in der Schallergasse bereits wieder eifrigst gebaut. „Wir bauen hier gerade ein Penthouse im High-Level-Bereich“, sagt Winkler. Dass noch weitere Skelettteile gefunden werden könnten, damit rechnen offenbar weder die Bauarbeiter noch die Kriminalpolizei.

 

Der Fund

Gefunden wurden die Knochenteile laut der ORF-Sendung "Wien heute" von Bauarbeitern im Zuge eines Dachausbaus in der Schallergasse 45. Am Dienstag gegen 12:30 Uhr wurde die Polizei via Notruf alarmiert. Fast drei Stunden lang wurden am Dienstagnachmittag der Fundort untersucht und die Leichenteile eingesammelt. Diese lagen gemeinsam mit Bauschutt in einer Zwischenwand.

Skelettstücke werden zwar öfters bei Bauarbeiten gefunden, allerdings handelt es sich dabei meist um Soldatengräber bzw. Opfer des zweiten Weltkriegs. Ermittlungen sind im Gange.

(kurier) Erstellt am
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