Chronik | Wien
05.12.2011

Drei Gas-Unfälle in nur einer Hitzenacht

Alleine in der Nacht auf Mittwoch verloren drei Menschen ihr Bewusstsein und mussten ins Spital.

Kohlenmonoxid ist geruchsneutral und entweicht lautlos aus der Therme oder dem Durchlauferhitzer. Die meisten CO-Opfer stehen ahnungslos unter der Dusche oder in der Küche und atmen das tödliche Gas ein.

So erging es auch Andrea Balatka, 44, die am Mittwoch kurz nach Mitternacht in ihrer Wohnung in Wien-Meidling zusammensackte. "Ich hab' mir in der Küche ein Kopfwehpulver geholt", erzählt sie. Am Weg zurück ins Wohnzimmer verlor sie das Bewusstsein. Die 44-Jährige hatte Glück. Den Aufprall auf den Vorzimmer-Boden - der glimpflich ausging - hörte ihr Ehemann Peter. "Ich hab' meine Frau in die Seitenlage gebracht", erzählt der 47-Jährige, der vorsorglich noch die Wohnungstür für die alarmierten Sanitäter geöffnet hatte. Ein zweiter glücklicher Umstand: Damit konnte sich das hoch konzentrierte Gas in der Wohnung mit Sauerstoff vermischen - die lebensbedrohliche Situation war gebannt. Beide mussten ins Spital, sind aber wohlauf.

Grund für die lautlosen CO-Austritte sind (neben Wartungsmängeln) die hohen Temperaturen im Sommer, die wie bei den Balatkas Niederdruck auslösen und das Gas nicht abziehen lassen. Alleine in der Nacht auf Mittwoch verzeichnete die Feuerwehr drei Kohlenmonoxid-Einsätze. Dabei erlitt ein älterer Mann in der Barawitzkagasse in Wien-Döbling schwere Verletzungen. Er klappte unter Krämpfen zusammen und drohte zu ersticken. In den anderen Fällen wurden die CO-Opfer mit leichten Vergiftungen in Wiener Spitäler gebracht.

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