Chronik | Wien
15.12.2017

Donaukanal: Partyschiff abgeschleppt

Die desolate "Johann Strauss" wurde nach jahrelangem Rechtsstreit abgeschleppt.

Die " Johann Strauss" hat am Freitag ihre vorerst letzte Fahrt angetreten. Das ehemalige Dampfschiff der Donaudampfschiffahrtsgesellschaft (DDGS) wurde nach Abschluss aller rechtlicher Verfahren und intensiver Vorbereitungsarbeiten endgültig abgeschleppt. Dem vorausgegangen war ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen der Stadt Wien und dem Besitzer des Schiffes Norbert Weber, welcher laut eigenen Angaben jedoch gar nicht mehr Eigner des Schiffes ist.

„Dieser Schandfleck, der jahrelang Ärgernis am Donaukanal war, ist nun endgültig Geschichte. Der Weg war ein mühsamer, aber die Gerichte haben uns Recht gegeben und so konnten wir den Erholungsort Donaukanal endlich von diesem Wrack befreien“, gab sich die zuständige Stadträtin Ulli Sima erfreut über die Entfernung des desolaten Dampfers.

100 000 Euro Abschleppkosten

Bevor das Schiff abgeschleppt werden konnte, wurde es entrümpelt und baulich gesichert, erklärte Martin Jank, Geschäftsführer der Gewässer Management GmbH. Am Freitagvormittag wurde schließlich zunächst die Anlegebrücke mit einem Kran entfernt und der am Kai befestigte Schorbaum - eine Halterung, die das Schiff zum Ufer auf Distanz hält - abmontiert.

Danach trat der Dampfer - gezogen von einem Schleppschiff - seine rund zwei Stunden lange Fahrt in den Hafen Freudenau an. Die Kosten für die Abschleppung des Schiffes, die auf von Jank auf mindestens 100 000 Euro beziffert werden, soll Norbert Weber, der sich mittlerweile Norbert Waldenburg nennt, tragen.

Gefahr für Mensch und Umwelt

Das Magistratische Bezirksamt für den 10. Bezirk hatte aufgrund mehrerer Gutachten von verschiedenen nautischen Sachverständigern einen Bescheid erlassen, dass Waldenburg das desolate Schiff von ihrem derzeitigen Liegeplatz zu entfernen hat.

Ende November verstrich die Frist, welche die Stadt Waldenburg gestellt hatte, um es selbst zu entfernen. Die Stadt Wien hat das Wrack daher nun auf Kosten Waldenburgs entfernen lassen.

Waldenburg hatte jahrelang keine Sanierungen und Wartungen durchgeführt, womit eine ordnungsgemäße Verwendung unmöglich wurde und das Schiff eine Gefahr für Mensch, Umwelt und Eigentum anderer darstellte. Im nächsten Jahr soll die " Johann Strauss" versteigert werden.