Diebstahl: "Puber" wurde in Untersuchungs­haft genommen

WIEN: MUTMASSLICHER GRAFFITI-SPRAYER "PUBER" FESTG
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER Pubers Spuren sind in ganz Wien zu finden.

Verdacht des Fahrradiebstahls. Bei dem Sprayer bestehe Fluchtgefahr.

Der als Sprayer "Puber" bekannt gewordene Renato S. (31) wurde nun in Untersuchungshaft genommen.

Vorerst geht es ausschließlich um den Verdacht des Fahrradiebstahls. Wie berichtet, war der Schweizer mit brasilianischen Wurzeln am Dienstag nach einer Graffitiaktion in Wien-Margareten festgenommen worden. Da S. keine feste Wohnadresse hat und bereits gesucht wurde, besteht Fluchtgefahr.

PROZESS GEGEN SCHWEIZER SPRAYER "PUBER" IN WIEN Foto: APA/HERBERT PFARRHOFER Renato S. Die Rückkehr von Puber könnte mit einer (mittlerweile beendeten) Ausstellung seiner Werke in der Wiener Ho-Gallery zusammenhängen, bei der Eröffnung war S. persönlich anwesend.

Puber graffiti exhibition in Vienna Foto: EPA/CHRISTIAN BRUNA Puber-Ausstellung in Wien Offenbar hatte er dafür eigens eine Wand im Stadtpark mit dem Schriftzug "Ho! Puber" besprüht, wie Bilder zeigen. Die Ausstellung schien ein gutes Geschäft gewesen zu sein, "Puber"-Kaffeehäferl sollen ein Renner gewesen sein. Bilder wurden um bis zu 1500 Euro verkauft. Mehr dazu in "Die Hintergründe für Pubers Rückkehr".

Pubers Streifzug durch Wien:

Sie prangen unübersehbar auf Dutzenden Hausmauern in der Wiener Innenstadt: Graffitis mit dem Schriftzug "Puber". Diese "Tags" sind im Stadtbild natürlich keine Seltenheit. Aber Puber schien besonders viel Ehrgeiz zu besitzen, ein "All City King" zu werden, d.h. in der ganzen Stadt präsent zu sein. Wenig dezent ist dieser "Tag". Selbst vor der Arbeit des belgischen Street-Artists Roa machte Puber nicht Halt. Über dem Auftragswerk in der Schadekgasse prangen "Puber"-Tags. Überhaupt drängte der Sprayer seinen Schriftzug gern den Werken von Street Artists auf - wie bei diesem Schablonengraffiti von Mandarina Brausewetter. Auch diese Hausmauer wurde zum Ziel von "Puber". In der Wiener Innenstadt gibt es kaum eine Ecke bzw. Wand, an der sich "Puber" nicht verewigt hatte. Hier ein "Puber", da ein "Puber. Hinter "Puber" steckt ein Schweizer. Im März 2014 wurde der Sprayer schließlich verhaftet und musste sich vor Gericht in 232 Fällen wegen Sachbeschädigung verantworten. Der Schaden, den "Puber" angerichtet hat, ist enorm. Schön sind die "Puber"-Tags nicht. Künstlerisch wertvoll sind sie auch nicht. Aber darum ging es dem Sprayer nicht. Was er wollte: überall seinen Namen lesen. Hier wurde ein bespraytes Fenster bereits teilweise ersetzt. In der Zwischenzeit gab es sogar ein Stencil, das auf vielen "Puber"-Tags aufgesprayt ist. Auf dem Schablonen-Schriftzug ist zu lesen: "Reiß dich zamm". Weitere Fotos:                      

(kurier / dw, ds) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?