Die Dienstausweise sehen „amtlich“ aus, sind aber leicht zu fälschen. Im Zweifel bei Wien Energie anrufen.

© /wien energie

Neue Masche
10/28/2014

Diebe tarnen sich als Stromableser

Gefälschte Dienstausweise und seriös klingende Anrufe lassen Opfer an echte Mitarbeiter von Wien Energie glauben.

von Michael Berger

Wien Energie und Wiener Netze warnten am Dienstag vor falschen Service-Trupps der beiden Unternehmen. Betrüger geben sich als Mitarbeiter aus, versuchen in die Wohnungen der Opfer zu gelangen und stehlen im Blitztempo alle umherliegenden Gegenstände. Bevorzugte Zielgruppe der Täter sind ältere, meist alleinstehende Menschen, vorwiegend in Altbauwohnungen. Meistens treten die Kriminellen als Duo auf. Während ein Täter das Opfer ablenkt, steckt sein Komplize die Beute ein.

Wien und NÖ betroffen

Betroffen davon ist das gesamte Vertriebsnetz von Wien Energie; also auch Teile des südlichen Niederösterreichs. "Die ersten Meldungen von Geschädigten gingen bei uns vor allem aus Wien-Favoriten ein. Die Banden dürften organisiert sein und sind seit mindestens zwei Tagen aktiv", warnte Christian Neubauer, Unternehmenssprecher der Wiener Netze GmbH. Er bestätigt gut zwei Dutzend Fälle: "Geschädigte haben uns mehrfach direkt informiert."

Die Diebe sind bestens ausgerüstet: Sie zeigen exzellent gefälschte Dienstausweisen der Unternehmen vor. Doch die Täter gehen noch einen Schritt weiter, um das Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen. Ilona Matusch, von Wien Energie erklärt die neue Masche: "Die Betrüger kündigen ihr Kommen telefonisch an. Somit glauben die Bewohner, dass es sich um echte Mitarbeiter handelt." Bei den Aviso-Anrufen wird behauptet, dass mit der Jahresabrechnung etwas nicht in Ordnung ist, dass Steckdosen überprüft werden müssen, dass Stromschwankungen in der Wohnung behoben werden müssen oder dass ein Guthaben von der letzten Jahresabrechnung persönlich ausbezahlt wird.

Hohe Dunkelziffer

Beide Energieversorger rechnen zusätzlich zu den bereits bekannten Fällen mit einer hohen Dunkelziffer. Viele der betagten Opfer bemerken den Diebstahl gar nicht, oder die Alarmglocken läuten erst nach Tagen. Viele Geschädigte schweigen auch aus Scham. Erst im Sommer wurde eine Neffentrick-Bande festgenommen, die mehrere Wohnungen in Wien ausraubte. Einige der erst später eruierten älteren Opfer wussten gar nicht, dass sie bestohlen wurden.

Deshalb bittet die Exekutive, schon beim leisesten Verdacht sofort den Notruf 133 zu wählen. Polizei-Sprecherin Michaela Rossmann: "Sollte sich der Alarm nicht bestätigen, macht das nichts. Denn wir wissen von Beutezügen dieser Art."

Bei Verdacht bitte sofort die Kundendienste kontaktieren

Mit dem richtigen Verhalten hätten die Täter kaum eine Chance. Wiener Netze-Sprecher Neubauer erklärt: „Guthaben werden nie persönlich überbracht, Steckdosen nie von unseren Mitarbeitern überprüft. Stromschwankungen messen wir in der Hauptleitung der Objekte, nicht in den Wohnungen. Und Probleme bei den Abrechnungen werden schriftlich mitgeteilt oder mit den Abnehmern in den Kundenzentren besprochen.“

Die Anbieter räumen ein, dass Mitarbeiter-Besuche tatsächlich telefonisch avisiert werden, um die Parteien zu rechtzeitig informieren. Diesen Umstand machen sich die Banden zu Nutze.

Steht ein (angeblicher) Stromableser vor der Tür, empfiehlt Wien Energie, sich die Dienstnummer geben zu lassen. Dann sollte umgehend der Kundendienst  0800/500800 (Wien Energie) oder 0800/500650 (Wiener Netze) kontaktiert werden. Dort weiß man, ob ein Termin vereinbart ist. Geht man so vor, ergreifen Betrüger in der Regel die Flucht.

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