Cornelia Köndgen, Witwe von Ludwig Hirsch, findet den Platz ideal

© KURIER/Gilbert Novy

Ein Denkmal setzen
05/12/2016

Die Leopoldstadt soll einen Ludwig-Hirsch-Platz bekommen

Der deutsche Fan Patrick Bradatsch setzt sich für eine Würdigung des Sängers ein.

von Anna-Maria Bauer

Die Hauswände in dem Park zwischen Großer Sperlgasse und Krummbaumgasse sind mit Graffiti beschmiert, Kinder laufen zwischen den Bäumen und den Spielgeräten herum. Auf der Bank sitzen zwei Frauen und tratschen. Wenn alles nach Plan geht, könnte dieser Platz in der Leopoldstadt kommendes Frühjahr bereits Ludwig-Hirsch-Park heißen.

Wie der KURIER berichtet, setzt sich der Berliner Patrick Bradatsch dafür ein, dass sein Idol Ludwig Hirsch jene Würdigung erhält, die ihm seiner Meinung nach zusteht. Der Sänger, der im Februar seinen 70. Geburtstag gefeiert, ist für seine bissig-sarkastischen und romantisch-melancholischen Lieder bekannt. Derzeit ist in Wien noch kein Straßenzug nach ihm benannt. Bradatsch möchte ändern.

Da Ludwig Hirsch viele Jahre seines Lebens in der Leopoldstadt verbracht hat, fand Bradatsch eine Würdigung in diesem Bezirk am stimmigsten. Über mehrere Monate hinweg sammelte er also Dokumente und leitete sie an Bezirksvorsteher Karlheinz Hora weiter. Dieser hat nun einen bis dato namenlosen Platz im Umfeld des Wohnhauses und auch der Schule von Ludwig Hirsch gefunden. Bei der entsprechenden Bezirkskommission im Juni wird Hora die Umbenennung vorschlagen.

Witwe begeistert

Cornelia Köndgen, die Witwe des verstorbenen Sängers, ist von der Idee begeistert. "Ja, hier würde es ihm gefallen", sagt sie, während sie den Blick über die Graffitis schweifen lässt. Nur zwei Gassen entfernt befindet sich auch das Restaurant Vincent. Das Lokal hat mittlerweile zugesperrt, aber in ihrer Jugend war es ein Studentenbeisl, in dem sie mit Ludwig Hirsch nicht selten abends noch auf ein Schmalzbrot vorbeigeschaut hat.

Aufruf für Statue

Die Straße ist übrigens nicht das einzige Projekt auf Bradatsch’ Agenda. Mit dem italienischen Künstler Davide Dormino arbeitet er außerdem an einer lebensgroßen Statue des Sängers. Sie soll Hirsch in einer typischen Körperhaltung zeigen. Damit sich der italienische Künstler in den Sänger hineinfühlen kann, hat ihm Bradatsch sogar Texte und Dokumentationen übersetzen lassen.

Die fertige Statue möchte der Berliner dann der Stadt Wien schenken – mit der Bedingung, sie ins Stadtbild zu integrieren. Damit die Skulptur jedoch Realität werden kann, ist Bradatsch auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Der Bau des Denkmals kostet 30.000 Euro. Bradatsch hofft, diese Summe mit der Crowdfunding-Kampagne "Eine Skulptur in Gedenken an Ludwig Hirsch" lukrieren zu können.

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