Chronik | Wien
16.03.2018

Der trübste Winter seit 2009

In Wien gab es um 17 Prozent weniger Sonnenschein als im Durchschnitt.

Wenige Tage vor Frühlingsbeginn zeigt sich der Winter noch einmal von seiner strengsten Seite: Ein Italientief bringt tiefwinterliche Temperaturen und Schnee bis ins Flachland. Bereits am Samstagvormittag setzt im Süden kräftiger Regen ein. Der Niederschlag breitet sich rasch nach Norden aus, wobei im Osten von Beginn an Schnee bis ins Flachland fällt.

"Die größten Neuschneemengen von bis zu 20 Zentimetern sind im Semmering-Wechsel-Gebiet sowie im südlichen Wiener Becken zu erwarten", sagt Ubimet-Chefmeteorologe Manfred Spatzierer. Auch Wien soll noch einmal weiß werden. In der Stadt rechnet der Meteorologe mit bis zu fünf Zentimetern Schnee, im Wienerwald sind bis zu zehn Zentimeter zu erwarten.

Wer pünktlich zu Frühlingsbeginn am Dienstag auf Sonne hofft, wird enttäuscht werden, denn in der kommenden Woche lässt der Frühling weiter auf sich warten. Am Montag hält sich verbreitet Dauerfrost, in den Folgetagen klettern die Temperaturen nach strengem Morgenfrost auch im Osten zumindest wieder in den Plusbereich. "Die Rückkehr zu frühlingshaftem Wetter ist frühestens am nächsten Wochenende möglich", sagt Manfred Spatzierer.

Nur 188 Stunden Sonne

Grau in grau präsentierte sich der Winter in der Bundeshauptstadt. Nur 188 Sonnenstunden gab es in Wien von Dezember bis Ende Februar. Das sind um 17 Prozent weniger als in einem durchschnittlichen Winter. Auch österreichweit gab es um 15 Prozent weniger Sonnenschein als im Vergleich zum Durchschnitt. Generell war es der trübste Winter seit 2009/10.

Die höchste Temperatur in Wien wurde am 29. Jänner mit 16,1 Grad gemessen. Die tiefste gab es einen Monat später, am 26. Februar, mit minus 12,1 Grad. In der zweiten Februarhälfte war es zuletzt 1986 so eisig.

Abgesehen von der geringen Sonnenscheindauer, gab es österreichweit so viel Niederschlag wie seit 30 Jahren nicht mehr. Deutlich über dem Durchschnitt lagen der Süden und der Westen. Der nasseste Ort war Loibl an der kärntnerisch-slowenischen Grenze mit 695,5 l/. Etwas zu trocken verlief laut Meteorologen der Winter nördlich der Donau sowie im Osten (zehn bis 30 Prozent zu trocken). Auf der Hohen Warte in Wien wurden insgesamt 115,1 l/ registriert.