Chronik | Wien
29.11.2017

Schnee, Stau und Verkehrsunfälle: Wintereinbruch in Wien

In der Nacht auf Donnerstag hielt der Winter auch in Wien Einzug - Verzögerungen im Frühverkehr.

In der Nacht auf Donnerstag war es so weit. Pünktlich vor dem ersten Adventwochenende schneite es in Wien zum ersten Mal in diesem Winter. Bis zu fünf Zentimeter dick soll die Schneedecke heute im östlichen Flachland werden. Vor allem in Lagen oberhalb von 300 Metern, also etwa im Bereich des Wienerwaldes oder im Semmering-Wechsel-Gebiet, sollen mehr als zehn Zentimeter möglich sein.

Kurz vor Beginn des meteorologischen Winters am 1. Dezember liegt damit in nahezu ganz Österreich zumindest etwas Schnee.

Halten wird sich der von Tief "Torsten" gebrachte Schnee allerdings nicht lange: Im Laufe des heutigen Tages soll das Thermometer in Wien wieder auf zwei bis vier Grad plus klettern – doch nur, um am Freitag darauf schon wieder zu sinken: Am Wochenende stehen den Wienern kalte Tage mit Temperaturen um zwei Grad und leicht frostige Nächte bevor.

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Größere Neuschneemengen sind für das Wochenende nicht in Sicht, es bleibt trocken und freundlich. Am Freitag scheint vermehrt die Sonne.

Wegen des dichten Schneetreibens meldeten die Wienerlinien am Donnerstagmorgen eine kleine Störung der Linie 38A. Zwischen Heiligenstadt und Grinzig bestand am Donnerstamorgen zunächst kein Fahrbetrieb. Die Störung ist inzwischen behoben, aktuell sind alle Linien in Betrieb, mit Verspätungen ist auf den Linien 26, 1, 62, 42 und 38 A zu rechnen.

Unfall und Verzögerungen im Frühverkehr

Nach Angaben des ÖAMTC ereignete sich auf der A4 (Ostautobahn) gegen 6.15 Uhr zwischen Bruck a.d. Leitha und Fischamend ein Unfall mit mehreren Fahrzeugen, worauf ein Fahrstreifen gesperrt war. Der Stau erreichte zehn Kilometer Länge.

Zu Verzögerungen kam es laut dem Autofahrerklub auf der salznassen A2 (Südautobahn) ab Traiskirchen, auf der A3 (Südostautobahn) ab Münchendorf und auf der A21 (Wiener Außenringautobahn) zwischen Hinterbrühl und Brunn am Gebirge (Bezirk Mödling) in beiden Richtungen. Zähflüssig ging es zudem auf der S1 (Wiener Außenringschnellstraße) von Schwechat Richtung Vösendorf. Behinderungen gab es auch im Waldviertel, u.a. blieb auf der B37 bei Rastenfeld ein Lkw hängen.

Kettenpflicht für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen galt auf der B20 über den Josefsberg und den Annaberg, der B21 über das Gscheid und den Rohrersattel und der B23 über den Lahnsattel. Die Temperaturen lagen in der Früh zwischen minus drei Grad in Spitz und plus zwei in Waidhofen an der Ybbs. Im Raum Mank (Bezirk Melk) und Retz im Weinviertel herrschte Bodennebel, die Sichtweiten betrugen 50 bis 100 Meter.

Auf der A4 beim Knoten Prater Richtung Flughafen Wien meldete die Asfinag am Morgen vier Kilometer zähfließenden Verkehr.

Auch auf der Südautobahn (A2) gibt es aktuell zwischen dem Autobahnknoten Guntramsdorf und dem Autobahnknoten Inzersdorf Verzögerungen und zähen Verkehr.

Neuschnee fiel am Donnerstag in allen Teilen Niederösterreichs, am intensivsten im Most- und Industrieviertel, wo laut dem Landespressedienst bis zu zehn Zentimeter gemessen wurden. Die Landesstraßen L und B waren matschig bzw. gestreut, Räum- und Streueinsätze seien überall im Gange.

Einsatzbereit

Die Stadt Wien hat sich bereits für die winterliche Witterung gerüstet. Bei Bedarf kann die MA48 bis zu 350 Räum- und Streufahrzeuge sowie 1400 Mitarbeiter auf die verschneiten Straßen schicken. Alleine im städtischen Fuhrpark finden sich 70 Räumfahrzeuge für die Betreuung des Hauptstraßennetzes. 180 Kleingefährte kümmern sich um Nebenstraßen und Radwege. Weiters können 100 Kraftfahrzeuge privater Partner eingesetzt werden.

Auf dem Flughafen Wien sind 500 Mitarbeiter mit 90 Fahrzeugen zum Winterdienst eingeteilt. Wenn es die Witterung verlangt, müssen sie eine Gesamtfläche von 2,5 Millionen Quadratmetern schnee- und eisfrei halten. Nur fünf Zentimeter Niederschlag auf dem Airport bedeuten mehr als 700 Lkw-Ladungen Schnee. Zur Kompletträumung einer Piste sind 15 Fahrzeuge im Einsatz.

Die schönen Seiten des Winters...

... und die weniger schönen:

Neuschneemengen bis Donnerstag (Auswahl), Stand 30.11.2017, 7 Uhr

21 Zentimeter, Schröcken (V)
20 Zentimeter, Brand (V), Hermagor (K)
16 Zentimeter, Bad Bleiberg (K), Eisenkappl (K)
15 Zentimeter, Spittal an der Drau (K), Völkermarkt (K)
13 Zentimeter, Achenkirch (T), Hochfilzen (T)
11 Zentimeter, Villach (K). Brenner (T)
10 Zentimeter, Zeltweg (St), Bad Gastein (S)
9 Zentimeter, Seckau (St), Ramsau (St), Saalbach (S)
8 Zentimeter, Klagenfurt (K), Ferlach (K)
7 Zentimeter, Mariazell (St)
5 Zentimeter, Nexing (NÖ), Seefeld (T)
4 Zentimeter, Wiener Neustadt (NÖ), Wien-Hohe Warte (W), Gleisdorf (St)
3 Zentimeter, Leibnitz (St)
2 Zentimeter, Allentsteig (NÖ), Graz-Strassgang (St)