Chronik | Wien
05.05.2016

City-Bürgerinitiativen geeint gegen Schanigärten im Winter

Bezirksvorsteher Markus Figl wird Vorschlägen von Stadträtin Renate Brauner eine Absage erteilen

"Wo soll das enden? Müssen wir künftig für Schanigarten-freie Plätze in der Inneren Stadt ansuchen?" Walter Rettenmoser ist verärgert. Seit 38 Jahren wohnt er in der Riemergasse und ist Obmann der gleichnamigen Bürgerinitiative. Er schätze seinen Bezirk eigentlich sehr – aber die Wohnsituation werde langsam untragbar.

Der Grund? Die Schanigartensituation. Wenn er des Sommers den Franziskanerplatz überquert, dann sei das mittlerweile ein Spießrutenlauf: "Man kommt zwischen den vielen Tischen und Sesseln kaum durch", sagt Rettenmoser. Dazu kommen der Lärm des Nachts und der Wegfall von immer mehr Parkplätzen.

Rechte der Anrainer

Natürlich müsse es Schanigärten geben, fügt Ilse Schilk von der Bürgerinitiative Ruprechtsviertel hinzu, aber mit Maß und Ziel. "Dauernd wird von den Rechten der Wirte gesprochen. Was ist mit den Rechten der Anrainer?"

Dass nun Stadträtin Renate Brauner ( SPÖ) über mögliche Wintergärten abstimmen lässt, macht Rettenmoser und Schilk große Sorgen: "Ein, zwei Tische sind nur der Beginn", ist er überzeugt. "Dann folgen eingezäunte Veranden oder Stahlkonstruktionen für die Sonnenschirme."

Rettenmoser war zwei der Vertreter von insgesamt fünf Bürgerinitiativen im 1. Bezirk, die Bezirksvorsteher Figl (ÖVP) Dienstagabend zu einem runden Tisch geladen hatte – und die sich alle gegen die Winteröffnung aussprachen. Ihre Meinungen, Aussagen und Befürchtungen will Figl in seinen Brief an Stadträtin Brauner mitaufnehmen.

Vier Varianten

Bis 9. Mai können die Bezirksvorsteher sowie Führungskräfte diverser Einrichtungen wie der Wirtschaftskammer oder des Wien Tourismus ihre Meinung zu den Winter-Schanigärten mitteilen. Insgesamt vier Varianten (von einigen Stehtischen bis zur ganzjährigen Öffnung) stehen zur Auswahl.

Figl wird allen Vorschlägen von Brauner eine Absage erteilen. Sollte dennoch eine Winterschanigarten-Variante für Wien schlagend werden, wird sich Figl für eine Sonderlösung für seinen Bezirk einsetzen.