Chronik | Wien
29.04.2017

Bio-Wein im Kraftfeld der Kastanienbäume

Der KURIER sucht den schönsten Gastgarten Wiens. Auch nominiert: Der Heurige "Zum Berger".

Burgschauspieler Bruno Thost spannte das rote Band, Künstlerkollege Miguel Herz-Kestranek nahm die große Schere und mit einem Ratsch wurde beim ersten Frühlingsfest des Grinzinger Bio-Heurigen "Zum Berger" die Gartensaison offiziell eingeläutet.

Für Siegfried Dörre beginnt damit seine geschäftigste, aber auch seine liebste Zeit des Jahres. Denn der schattige Gastgarten, der nun wieder mit viel Leben gefüllt wird, fasziniert den 49-Jährigen, seit er ihn das erste Mal betreten hat. Die mächtigen Kastanienbäume, die im Hochsommer vor Hitze oder bei Schlechtwetter vor Regentropfen schützen, bilden ein außergewöhnliches Kraftbild, ist der gelernte Koche überzeugt. Eines, indem so gar der Spritzwein besonders gut schmecke. Dazu kommt der fast schon romantische Blick auf den Kirchturm der Pfarre Grinzing.

Für diesen Gastgarten hofft Dörre heuer den GOLDENEN SCHANI in der Kategorie "Im Grünen" zu gewinnen. Denn noch bis 18. Mai läuft die Wahl zu Wiens schönstem Gast- und Schanigarten, den die Wirtschaftskammer Wien mit dem KURIER austrägt. Auf kurier.at/jettischani können Interessierte für ihren Favoriten stimmen.

Tradition und Moderne

Pächter des 305 Jahre alten Heurigenbetriebs ist Siegfried Dörre erst seit vergangenem Jahr . Nicht nur die alten Bäume im Garten, auch die historischen Kachelöfen in den Stüberln oder der Leiterwagen im Innenhof, mit dem bis in die 1980er noch die Trauben geholt wurden, erinnern an die lange Tradition.

Mit seinem Angebot versucht Siegfried Dörre einen Spagat zwischen Tradition und Moderne, zwischen dem Klassischen und Kreativen. Und so gibt es neben Biowein auch Biobier, zu Liptauer oder Eiaufstrich auch Rehleberkäse oder Wildknabbernossi. Und für den süßen Gusto kann man zwischen obligatorischen Pischingertorten und Kardinalschnitten wählen. Veranstaltungen sollen das Geschäft zusätzlich beleben. Der erste Donnerstag im Monat soll als "Dudo" etabliert werden, als "durstiger Donnerstag", bei dem Wienerliedmusikanten für Unterhaltung sorgen.