Chronik | Wien
12.01.2018

Betreiber wecken Wiens in die Jahre gekommene Wahrzeichen wieder auf

Donauturm wird um 8 Mio. € komplett erneuert. Festung am Leopoldsberg soll um Ostern öffnen.

Es ist eine Frage, die sich Besitzer von Sehenswürdigkeiten nach einer gewissen Zeit stellen müssen: Wie fasziniert man Personen von einem außergewöhnlich-neuen Projekt, wenn es nicht mehr außergewöhnlich-neu ist?

1964 war der Donauturm mit seinem Expresslift und seinem Drehrestaurant eine Sensation. 700.000 Besucher erreichten in den besten Zeiten jährlich die Aussichtsterrasse in 150 Metern Höhe. Heute, 53 Jahre später, sind es nur mehr rund 420.000 Personen im Jahr. "Der Donauturm", räumt auch Blaguss-Geschäftsführer Paul Blaguss ein, "ist in den letzten Jahren ein wenig eingeschlafen".

Um ihn nun aufzuwecken, nehmen die Besitzer (die Blaguss-Gruppe hat den Donauturm vor zwei Jahren mit Partnern von der Bank Austria gekauft, Anm.) 8,5 Millionen Euro in die Hand. "Er wird natürlich wiedererkennbar sein", meint Blaguss, "aber seien Sie sicher, dass kein Zentimeter so sein wird wie zuvor".

Im neuen Donauturm müssen Besucher zunächst durch eine Sicherheitsschleuse. "Das ist in Zeiten wie diesen einfach erforderlich", sagt Architekt Gregor Eichinger, der für die Rundum-Erneuerung verantwortlich zeichnet.

Das Turm-Restaurant auf 170 Metern Höhe will Eichinger in einen "cosy room" verwandeln, mit Textilpaneelen und Sitzsofas. Die Technik wird erneuert. Auf der Aussichtsplattform sollen künftig Monitore Auskunft über die Gegend ebenso wie über die Geschichte des Turms geben (Stichwort Augmented Reality). Die Kinderterrasse wird zur Eventebene. Und am Fuße de Turms wird ein Bierlokal entstehen – mit Gastgarten und eigenem Donau Bräu. Durch diese Maßnahmen soll bis 2020 die Besucherzahl auf 600.000 Personen ansteigen.

Die Bauarbeiten haben am vergangenen Montag begonnen und sollen zu Ostern abgeschlossen sein.

Burg im Dämmerschlaf

Noch ein weiteres Ausflugsziel könnte um Ostern wieder eröffnen. Eines, das seit mehr als zehn Jahren im Dämmerschlaf liegt: die Festung Leopoldsberg.

Die Burg, verrät Pächter Alexander Serda, soll künftig von Frühling bis Herbst genutzt werden und für Veranstaltungen wie Hochzeiten, Taufen und Firmungen zur Verfügung stehen.

Die Kirche, die sich am Burgareal befindet, wurde vom Stift Klosterneuburg ebenfalls restauriert. Weil sie immer wieder Opfer von Vandalismus war, wird sie künftig nicht mehr öffentlich zugänglich sein.

In puncto Besucherfrequenz hat – ähnlich wie der Donauturm – auch der Böhmische Prater schon bessere Zeiten erlebt.

"Es ist schwierig", sagt Franz Reinhardt, Sprecher der Schausteller am Laaer Berg. "Aber es geht wieder bergauf." Einerseits wurde erst vergangenen Herbst der 2700 Quadratmeter große "Park Hrabalek" eröffnet. Andererseits, mutmaßt Reinhardt: "Die Wiener verbringen ihre Urlaube wieder öfter zu Hause. Und schauen mehr bei uns vorbei."

Im Planetarium steigt die Besucheranzahl hingegen rapide an.

Seit Werner Gruber Direktor geworden ist – und regelmäßig Experimente vorführt – gibt es jährliche Zuwachsraten von zehn Prozent. 2017 wurden 117.700 Besucher verzeichnet. Um das Planetarium technisch auf den neuesten Stand zu bringen, wird es im Februar kurzzeitig geschlossen. „Dann“, meint Gruber, „sind wir nicht nur das coolste, sondern auch das modernste Planetarium der Welt.“