Chronik | Wien
11.07.2017

Betreiber von "kreuz-net.at" muss wegen Verhetzung vor Gericht

In einem Bericht war unter anderem Syphilis "als Gottes Strafe für Homo-Unzüchtler" bezeichnet worden.

Der Betreiber des umstrittenen Internetportals "kreuz-net.at" wird am 25. Juli wegen Verhetzung am Wiener Landesgericht für Strafsachen zur Verantwortung gezogen. Zur Anklage gebracht wurde von der Staatsanwaltschaft ein im Dezember 2015 publizierter Beitrag mit wüsten Ausfällen gegen Homosexuelle. Unter anderem war davon die Rede, Syphilis sei "Gottes Strafe" für "Homo-Unzüchtler".

Das Internetportal, das auch unter "kreuz-net.info" abrufbar war bzw. ist, nimmt für sich in Anspruch, "katholische Nachrichten" zu verbreiten. Wiederholte antisemitische und homophobe Beiträge hatten bereits 2013 den heimischen und den deutschen Verfassungsschutz auf den Plan gerufen. Die Staatsanwaltschaft Wien nahm schließlich Ermittlungen auf.

Der Prozess gegen den Betreiber - ein Burschenschafter, der in der Vergangenheit unter anderem die radikale Seite www.couleurstudent.at verantwortet haben soll - hätte eigentlich bereits heute, Dienstag, über die Bühne gehen sollen. Nachdem ihm der Strafantrag zugestellt worden war, beschied der Angeklagte allerdings dem zuständigen Richter, der ihm bis zum geplanten Verhandlungstermin zur Verfügung gestellte Zeitraum sei "für die theologische Abklärung" der inkriminierten Begriffe nicht ausreichend. Darauf bekam er eine zweiwöchige Vorbereitungszeit zugestanden.