Chronik | Wien
27.01.2018

Berittene Polizei: FPÖ zweifelt Kosten an

Experten des Innenministeriums haben enorme Summe errechnet. Nicht nur deswegen steigt der Widerstand gegen die Reiterstaffel.

Der KURIER-Bericht, wonach die berittene Polizei in Wien bereits im Frühjahr 2019 startet, schlägt hohe Wellen. Die Front der Gegner wächst. Nach Polizeigewerkschafter Reinhard Zimmermann und "Vier Pfoten" meldete sich die zuständige Stadträtin Ulli Sima zu Wort: "Eine berittene Polizei ist aus Tierschutz-Sicht klar abzulehnen, jede Dressur in Richtung Polizeipferde widerspricht der artgemäßen Haltung. Wer braucht berittene Polizei? Niemand."

Neue Details

Aus FPÖ-Kreisen wurden die Pläne inoffiziell bestätigt. Bereits im Herbst wurde von einem Wiener FP-Mann das entsprechende Papier erstellt, das 24 Pferde für die Bundeshauptstadt vorsieht. Die Tiere sollen in Wr. Neustadt ausgebildet werden. Ein FP-Insider bestreitet allerdings vehement, dass die Tiere mit Tennisbällen beworfen werden, um sie demoresistent zu machen, wie es aus dem Innenministerium hieß.

Die nun im Ministerium erstellte Kostenschätzung der Fachabteilung von 10.000 Euro pro Pferd und 350.000 Euro Jahreskosten werden offiziell aber heftig bestritten . Allerdings könnten die dem KURIER zugespielten Zahlen aus dem Innenressort möglicherweise gar noch zu niedrig zu sein, wenn man Vergleiche mit Reiterstaffeln etwa in Deutschland heranzieht. Dort schlagen sich zehn Pferde mit 200.000 Euro Erhaltungskosten zu Buche. In allen Fällen werden die Personalkosten nicht mitgerechnet.

In dem im Herbst erstellten Papier der FPÖ wurden niedrigere Kosten angegeben, etwa weit günstigere Anschaffungskosten für die Pferde und 45.000 Euro Jahreskosten für Futter und Unterkunft der Tiere. Nach KURIER-Informationen soll es Unterstützung der Stadt vorerst nur auf informellem Wege geben – die FPÖ ist Teil der Stadtregierung und hat dadurch entsprechende Möglichkeiten. Ein Sprecher von Innenminister Herbert Kickl bestreitet offiziell, dass die Planungen für die Reiterstaffel schon so weit sind.

Während der Verein gegen Tierfabriken nun eine Intensiv-Kampagne gegen die berittene Polizei startet, drohen die Stadtgrünen, der Polizei verpflichtende Pooh-Bags vorzuschreiben, um so die Pferdeäpfel aufzufangen.