Chronik | Wien 25.01.2013

Stadthallenbad wird weitere Millionen verschlingen

Wiener Stadthallenbad,Wr.Stadthallenbad © Bild: KURIER /gnedt martin

Die Sanierung soll demnächst beginnen. Das Stadthallen-Management sieht die Verantwortung beim Planer.

Beim Bauskandal-Dauerbrenner Stadthallenbad geht es nun Schlag auf Schlag. Der nach mehr als einem Jahr Bausperre gekündigte Generalplaner Georg Driendl schießt sich auf Stadthallen-Direktorin Sandra Hofmann ein. Gemeinsam mit VP-Gemeinderätin Isabella Leeb spricht er im Zusammenhang mit der Sanierung von einer „dilettantischen“ Vorgangsweise. Es habe nur eine lückenhafte Ausschreibung mit 26 Ausnahme-Bereichen gegeben. In der Folge seien falsche Firmen beauftragt worden.

Die Stadthalle setzt sich nun gegen diese Vorwürfe zur Wehr. In einem noch geheimen Schriftstück werden nun die Fehler des Generalplaners aufgelistet. So ergab die gerichtliche Beweissicherung zwölf Wasseraustrittsstellen am Schwimmbecken, Heizkörper, die waagerecht am Boden montiert worden sind, Garderoberäume mit nur 50 Zentimeter Platz zum Umziehen, sowie Eingangstüren, die sich nicht gefahrlos öffnen lassen. Alles katastrophale Planungsfehler, die der Generalplaner nun beseitigen soll. Da er sich aber weigert, überlegt man Ersatzvornahmen.

Erklärungsbedarf besteht auch bezüglich eines Subunternehmens. Driendl habe die Ausschreibung im Jahre 2009 nur gewonnen, weil er eine Subfirma mit Schwimmbaderfahrung verpflichtet hatte. Kaum war der Zuschlag erteilt, hat sich der Generalplaner aber der Erfahrung dieses Unternehmens entledigt.

Dass die Fliesen schlecht verlegt, ein Lüftungsturm sogar einsturzgefährdet und die Spindelkasten (Anm.: zur Hebung des Schwimmbeckens) komplett verrostet waren, sei dem Generalplaner einfach entgangen.

Während VP-Gemeinderätin Leeb den Rücktritt von Stadtrat Oxonitsch und die Abberufung von Stadthallenchefin Hofmann verlangt, sieht man dort Licht am Ende des Tunnels. Hofmann: „Die Beweissicherung ist abgeschlossen. Jetzt gilt es, das Becken und das Bauwerk zu sanieren, damit das Bad heuer noch eröffnet werden kann. “

( Kurier ) Erstellt am 25.01.2013