Base Jump, Donauturm, Wien

© ProBase WorldCup Vienna

Wien
09/03/2013

Base Jump Worldcup scheitert an Behörden

55 Wagemutige wollten springen. MA 36 genehmigte Event, die MA 64 erteilte eine Absage.

von Anna-Maria Bauer

Veranstalter Thomas Kenyeri ist verzweifelt. Eineinhalb Jahre hat er in die Planung des Base Jump Worldcups (geplant für 5. bis 7. September) am Donauturm investiert. Zwei Tage vor dem Event erteilte die Wiener Luftfahrtbehörde (MA 64) den Base Jumpern eine Absage. Die Begründung: Das Springen mit Fallschirmen ist von Gebäuden verboten. Den Kollegen von der MA 36 (Veranstaltungswesen) dürfte das allerdings nicht bekannt sein. Sie hatten das Event noch genehmigt.

Der ProBase Worldcup hätte kommenden Donnerstag erstmals in Wien Station machen sollen. Diesmal noch als Show-Event, sollte das Springen ab 2014 fixer Bestandteil des Worldcup-Kalenders sein.

55 erfahrene Springer aus 18 Nationen hatten sich angemeldet. „Es gibt Securitys und einen Notarzt vor Ort. Wir haben alle Vorgaben erfüllt“, sagt Kenyeri. Doch diese Auflagen betrafen nur die Vorgaben der MA 36

Mit der Wiener Magistratsbehörde MA 64 hatten die Veranstalter aber nicht gerechnet. Die trat nach einer Anfrage des Besitzers des Donauturms, ob das Springen eh nicht den Luftraum beeinträchtige, erst vergangene Woche auf den Plan. „Wir haben bei der Luftfahrtbehörde nachgefragt“, bestätigt eine Sprecherin. „Fallschirme sind Luftfahrzeuge, und mit diesen darf man nicht von Gebäuden springen.“

Nicht zuständig

„Wie kann es sein, dass ein Magistrat verbietet, was das andere seit Langem genehmigt hat?“, ist Kenyeri fassungslos. Er befürchtet einen Schaden im sechsstelligen Bereich.

Im Büro der zuständigen Stadträtin Ulli Sima heißt es, dass bei der MA 36 nur das Event als solches bewertet werde. Genehmigungen bezüglich der Luftfahrt fielen nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich.

Das kann Veranstalter Kenyeri nicht nachvollziehen. „Wir sind keine Luftfahrtveranstaltung, sondern ein Show-Event. Skiflieger müssen ja auch keine Bestätigung einholen. Und die springen über 200 Meter.“

„Das ist eine riesen Enttäuschung“, sagt Basejumper Edmund Guschall. „Wir haben alle Hände voll zu tun, die Sportler zu informieren.“ Die Springer seien teils schon in Wien eingetroffen, teils am Weg hierher. Einen Hoffnungsschimmer hat Kenyeri noch. Bratislava habe den Aussichtsturm Ufo als Alternative zur Verfügung gestellt. „Vielleicht kommen die Basejumper so doch noch zu ihrem Sprung.“

Der Trailer für das Event

Basejumping-Wahnsinn in Kuala Lumpur