Aufregung um schroffe Securitys im Augarten

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Foto: Alexandra Gruber Besucher des Augartens sollen am Mittwoch von privaten Securitys "vertrieben" worden sein.

Parkbesucher wurden angeblich von Liegewiesen vertrieben - "Protestpicknick" angekündigt.

Mit dem Sommer kommen die Parkbesucher - und liegen oft auf Rasenflächen, wo das eigentlich nicht erlaubt ist. Die Bundesgärten wollen die Einhaltung ihrer Parkordnung nun wieder verstärkt kontrollieren. Vor allem im Wiener Augarten gebe es viele Beschwerden, sagt der zuständige Burghauptmann Reinhold Sahl. Parkbesucher hatten zuvor berichtet, von Aufsichtspersonal mit Strafen und Ausweiskontrollen bedroht worden zu sein. Für heute, 17.00 Uhr, wurde ein spontanes "Protestpicknick" anberaumt.

Empörung auf Twitter

Grund des Protests: Parkbesucher haben sich u.a. auf Twitter darüber empört, am gestrigen Mittwoch von privaten Securitys von Grünflächen "vertrieben" worden zu sein. Angeblich wurden Strafen angedroht und Ausweiskontrollen in Aussicht gestellt. Menschen, die ihren Nachwuchs per Rad in den dort gelegenen Kindergarten bringen wollten, seien unter Strafandrohung zum Absteigen und Schieben gezwungen worden.

In Wien kümmert sich die Stadt nicht um alle Grün- und Erholungsflächen. Einige Areale wie Burggarten, Heldenplatz oder Augarten gehören dem Bund und werden demnach auch von ihm verwaltet. Als Eigentümervertreter fungiert die Burghauptmannschaft, die wiederum dem Wirtschaftsministerium unterstellt ist.

Manche Parkbesucher nahmen's mit Humor

Burghauptmann Sahl wies die Vorwürfe zurück. Es gebe weder Strafen noch Drohungen, versicherte er. Zwei Parkwächter seien angestellt worden, um in den nächsten Wochen die Parkbesucher auf die Hausordnung hinzuweisen und zu "sensibilisieren".

"Wir mussten reagieren", argumentierte Sahl. Denn es habe zuletzt viele Beschwerden wegen schnell fahrender Radler oder Hunden, die in den Liegewiesen herumlaufen und dort eventuell ungustiöse Hinterlassenschaften platzieren, gegeben. Im Augarten gebe es generell oft Nutzungskonflikte. Die Parkordnung regle hier klar, was wo erlaubt sei oder eben nicht. Das betreffe das Liegen bzw. Sitzen auf den Wiesen oder auch das Radfahren.

Grüne unterstützen "Protestpicknick"

Die Wiener Grünen halten von derlei Ge- und Verboten wenig. "Die Zeiten, in denen die autoritäre Maxime 'Rasen betreten verboten' in öffentlichen Parkanlagen herrscht, sollten längst vorbei sein", empört sich Mandatar Klaus Werner-Lobo in einer Aussendung. Er fordertevon der Burghauptmannschaft, die Parkordnung "im Sinne der öffentlichen Nutzung" zu reformieren anstatt "private Securitys auf Familien zu hetzen".

Werner-Lobo kündigt an, ein via Facebook und Co. angekündigtes "Protestpicknick" zu unterstützen. Um 17.00 Uhr wollen sich die Aktivisten bei der Wiese nahe dem Lokal "Bunkerei" treffen, wobei Sympathisanten aufgefordert werden, "Liegematten, Picknickausrüstung, Instrumente und was Euch sonst noch einfällt" mitzunehmen.

Sahl sagt, eine Änderung der Parkordnung sei "vorläufig" nicht geplant. Sollte sich aber in nächster Zeit herausstellen, dass es Adaptierungsbedarf gebe, seien Anpassungen durchaus möglich.

(APA / jt) Erstellt am
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