© Israelitische Kultusgemeinde

Wien
07/23/2015

Jüdische Fahne mit Hakenkreuz beschmiert

Antisemitischer Vandalenakt am Religionscampus in Wien-Aspern: IKG bestürzt, Erzdiözese Wien verurteilt Tat.

Auf dem erst kürzlich geweihten "Campus der Religionen" im Wiener Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern ist ein antisemitischer Vandalenakt verübt worden. Ein Fahnenmast mit einer symbolischen jüdischen Flagge wurde umgeworfen, die Fahne wurde zudem mit einem Hakenkreuz beschmiert. Das teilte die Israelitische Kultusgemeinde am Donnerstag mit.

Man sei bestürzt über diesen provokanten Vorfall, hieß es. Gefordert wird eine "sofortige Kraftanstrengung" zur Ausforschung der Täter. "Ein gemeinsames Auftreten von Politik, Religionsgemeinschaften und Zivilgesellschaft gegen steigenden Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz gegenüber Minderheiten aller Art ist ein Gebot der Stunde", betonte IKG-Präsident Oskar Deutsch.

"Es macht mich nachdenklich, dass in unserer Stadt ein solcher Akt möglich ist"

Auch die Erzdiözese Wien zeigte sich betroffen. "Es macht mich nachdenklich, dass in unserer Stadt, die so viele Menschen willkommen heißt und die für so viele Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Weltanschauungen Heimat geworden ist, ein solcher Akt möglich ist. Ich bin überzeugt, dass es sich um einen Einzelfall handelt. Und es ist ein Anlass, unser Bekenntnis zur Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs und des Zusammenhalts der Religionen und Konfessionen zu bekräftigen und weiterzuführen", betonte der zuständige Bischofsvikar Dariusz Schutzki.

Glaubensgemeinschaften verurteilen Tat

Nach der Israelitischen Kultusgemeinde und der Erzdiözese haben am Donnerstag auch andere im "Campus der Religionen" vertretene Glaubensgemeinschaften den jüngsten antisemitischen Vandalenakt verurteilt. Vertreter der evangelische Kirche, der Islamischen Glaubensgemeinschaft und der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft zeigten sich in einer Aussendung "bestürzt und betroffen".

Auch Wiens ÖVP-Chef Manfred Juraczka verurteilte die Aktion in einer Aussendung "auf das Schärfste". Es dürfe nicht zugelassen werden, dass derartige Taten in der Stadt bzw. in der Gesellschaft Einzug halten. Laut Erzdiözese wird der Campus von sechs unterschiedlichen Religionsgemeinschaften und Konfessionen errichtet - auf Initiative des Bauamtsleiters der Diözese, Harald Gnilsen. Die Segnung des Ortes fand bereits vor kurzem statt. Das gemeinsame Areal soll künftig alle Gotteshäuser beherbergen und das geistliche Zentrum der Seestadt werden, hieß es.
eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.