Chronik | Wien
27.10.2017

Anti-Terror: Stadt Wien errichtet Poller

Damit soll das Risiko von Rammangriffen mit LKWs gesenkt werden. Betroffen sind vorerst drei Standorte in Wien.

Die Stadt Wien erhöht die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Terroranschlägen. Konkret soll das Risiko sogenannter Rammangriffe mit Lkws gesenkt werden. Die Maßnahmen betreffen vorerst drei Standorte: Die Zufahrten zum Rathausplatz, zur Kärntner Straße und zur Mariahilfer Straße werden mit starren, nicht versenkbaren Pollern ausgestattet, kündigten Polizei und Stadt am Freitag an.

Begonnen wird mit dem Rathausplatz, danach folgen die beiden Einkaufsstraßen. Die Vorkehrungen sollen im Vorfeld der EU-Ratspräsidentschaft im Laufe des Frühjahrs 2018 umgesetzt werden, berichteten Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl und Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) bei einem Hintergrundgespräch. Die Kosten für die Poller trägt zur Gänze die Stadt, sie werden insgesamt voraussichtlich 1,5 Millionen Euro betragen.

Keine konkreten Terrordrohungen

In den vergangenen Jahren sei etwa die Hälfte der Anschläge in Europa durch Rammangriffe verübt worden, daher sei der Schutz davor Thema in allen europäischen Städten, sagte Pürstl. "Es sind bisher keine konkreten Terrordrohungen gegen die Stadt Wien ergangen", betonte er. Nach wie vor gelte für Österreich und Wien eine abstrakte Gefährdungslage.

Als erstes wird mit dem Umbau am Rathausplatz begonnen. "Der Rathausplatz ist einer der meist frequentierten Plätze der Stadt", sagte Pürstl. An 300 von 365 Tagen fänden dort Veranstaltungen statt. Die Einfahrten bei der Felderstraße und der Lichtenfelsgasse werden nun mit Pollern ausgestattet - diese können allerdings mit einem Kran versetzt werden, um den Auf- und Abbau von Veranstaltungen zu ermöglichen. Außerdem wird der Platz auf der Seite des Rings mit Pollern abgesperrt.

Die Kärntner Straße wird bei der Zufahrt von der Staatsoper kommend mit Pollern abgesichert. Der Lieferverkehr wird über die Seitengassen umgeleitet.

Hindernisse abbremsen

Auf der Mariahilfer Straße werde es nicht darum gehen, den Verkehr abzusperren, sondern ihn durch Hindernisse abzubremsen, sagte Pürstl. Es werde "schikanenartige Polleraufstellungen geben", um das Tempo zu reduzieren. Die Poller werden bei der Kaiserstraße, der Andreasgasse, der Neubaugasse und der Rahlstiege errichtet. "Das Verkehrskonzept bleibt völlig unverändert", versicherte Peter Lux von der Stadt Wien.

"Die Konzepte müssen effektiv und alltagstauglich sein und dürfen keine Angst erzeugen", betonte Pürstl. "Es hat keinen Sinn, Maßnahmen zu ergreifen, die das öffentliche Leben lahmlegen." Vassilakou ergänzte, dass die baulichen Maßnahmen zudem "stadtbildtauglich" sein und "nach Möglichkeit nicht auffallen" sollten.