Chronik | Wien 05.12.2011

Ansturm auf die Wiener Bäder

© Bild: KURIER/Stephan Boroviczeny

Fast 200.000 Wiener besuchten am Wochenende die städtischen Bäder. Bis Mittwoch soll es heiß bleiben.

Wer einen Platz am kühlenden Wasser ergattern wollte, musste früh dran sein: 194.862 Besucher (davon 105.800 allein am Sonntag) stürmten am Wochenende die städtischen Bäder.
Im Vergleich zu 2010 besteht aber immer noch Aufholbedarf. Bis einschließlich Sonntag konnten in der heurigen Badesaison 1.135.138 Badegäste gezählt werden. Das bedeutet ein Minus von 230.522 Besuchern oder knapp 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Besonders im Juni und Anfang Juli spielte das Wetter leider nicht mit", sagt Bäderchef Hubert Teubenbacher.

Zumindest in den nächsten paar Tagen sollte einer Aufholjagd nichts im Wege stehen. Dienstag und Mittwoch werden die Temperaturen noch auf bis zu 35 Grad klettern, ab Donnerstag soll es dann nicht mehr ganz so heiß sein, heißt es bei der Hohen Warte in Wien.

Schwitzen in den Öffis

Ordentlich heiß geht es derzeit zu, wenn man mit den Wiener Linien unterwegs ist. Temperaturen von bis zu 35 Grad sind keine Seltenheit. Denn längst nicht alle Fahrzeuge sind mit Klimaanlagen ausgestattet. Dies gilt nur für jene, die seit 2005 neu angeschafft wurden. "Alles andere wäre unökonomisch", sagt Sprecherin Anna Reich.

Momentan sind etwa die Hälfte der Busse, ein Drittel der U-Bahn-Züge sowie 70 von 500 Straßenbahn-Garnituren gekühlt unterwegs. In den kommenden Jahren sollen es laufend mehr werden. "Die Klimaanlagen schalten sich automatisch ein, wenn eine Temperatur von 25 Grad erreicht wird. Die Außentemperatur wird aber höchstens um fünf Grad unterschritten." So wollen die Wiener Linien Energie sparen und auf empfindliche Fahrgäste Rücksicht nehmen. "Am Servicetelefon rufen im Sommer nicht nur Passagiere an, denen es zu heiß ist, sondern auch solche, die sich über die Kühle in den klimatisierten Fahrzeugen beschweren."

Bei der Wiener Rettung haben sich die Folgen der Hitze noch nicht bemerkbar gemacht. "Aber wenn es länger heiß ist, steigt die Zahl der Einsätze um zehn bis 20 Prozent", sagt ein Sprecher. Vor allem Hitze gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit führt bei vielen - vor allem älteren - Menschen zum Kreislaufkollaps. Am besten sei es daher, bei sehr hohen Temperaturen nach Möglichkeit im Haus zu bleiben.

Gefährliche Schwüle

Dafür musste die Wiener Rettung am Wochenende gleich vier Mal wegen CO-Vergiftungen durch defekte Gasthermen ausrücken. Durch das schwüle Wetter können oft die Abgase nicht abziehen. Experten raten dringend dazu, die Geräte regelmäßig vom Fachmann warten zu lassen.

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Erstellt am 05.12.2011