Chronik | Wien 05.12.2011

Alex hat seine Armprothese wieder

© Bild: KURIER/Foschum

Gestohlene Prothese wurde in Wien auf Altmetallcontainer abgelegt. Alex freut sich besondersaufs Radfahren.

Ob den Dieb das schlechte Gewissen gedrückt hat oder ob er einfach nichts mit seiner Beute anzufangen wusste, ist unklar. Fest steht: Montagfrüh wurde die gestohlene Armprothese des fünfjährigen Alexander Foissner gefunden. Sie war gut sichtbar auf einem Altmetallcontainer in der Speisinger Straße in Wien-Hietzing abgelegt.

Während sich Alexander zu Hause in Landegg (Bezirk Baden) über den Fund freute, fuhr sein Vater Manfred (53) nach Wien in das Wachzimmer in der Lainzer Straße: "Wir sind überglücklich. Denn die Prothese kostete 13.000 Euro und ist eine Maßanfertigung. Es war ein mühevoller Weg, bis der Behelf meinem Sohn gepasst hat. Jetzt bekommt er seine Lebensqualität wieder zurück."

Einzelanfertigung

Wie berichtet, wurde Manfred Foissner vergangenen Mittwoch seine Sporttasche in der Straßenbahn (Linie 60) gestohlen. Darin befand sich auch die Armprothese. Kurz vorher waren Papa und Sohn im Spital beim Anpassen des künstlichen rechten Unterarms gewesen. Über die Medien appellierte die Familie an den Dieb, die Einzelanfertigung zurück zugeben.

Für Alexander, der mit dem Handicap geboren wurde, ist die Welt jetzt wieder in Ordnung: "Radfahren ist cool. Darauf freue ich mich am meisten."
Einige Tage muss sich Alex aber noch gedulden. Denn sein Vater brachte die Prothese gleich am Montag zum Reinigen und zur Reparatur. Die komplizierte Mechanik und der Motor für die beweglichen Finger wurden bei dem Diebstahl beschädigt.

Zuvor untersuchte die Polizei den Behelf aber noch auf Fingerabdrücke und DNA-Spuren. Gefunden hat das gute Stück der 51-jährige Wiener Michael Bochortsch. Der Wienstrom-Mitarbeiter war am Montag um 7.45 Uhr gerade auf dem Heimweg aus der Nachtschicht: "Als ich die Prothese auf dem Container liegen gesehen habe, wusste ich sofort, dass es sich um die gestohlene Armprothese des Buben aus Niederösterreich handeln muss. Der Dieb hat den Behelf so auffällig hingelegt, dass er gefunden werden musste." Bochortsch informierte umgehend die beiden Polizisten Gerald Bleicher und Mario Gullo im Wachzimmer in der Lainzer Straße. Sie unterrichteten die glückliche Familie über den Fund.

Mutter Elisabeth Foissner: "Jetzt können wir ohne Sorgen in den Urlaub fahren. Es ist wieder ein Stück Normalität in unser Leben zurückgekehrt. Und Alexander kann im Herbst beruhigt in die erste Klasse gehen."

Erstellt am 05.12.2011