© Kurier/Juerg Christandl

Akademikerball: Drinnen wird getanzt
02/03/2017

Akademikerball: Drinnen wird getanzt

Dieses Jahr werden deutlich weniger Teilnehmer als in den Vorjahren bei der Demo verzeichnet. Sie verlief ohne Festnahmen. In der Hofburg wird bereits getanzt.

Auch in diesem Jahr findet der von der FPÖ veranstaltete " Akademikerball" in der Wiener Hofburg statt. Eine Gegendemonstration findet ab 17 Uhr von der "Offensive gegen Richts" statt. Der Demozug startet am Schottentor und zieht durch die Wiener Innenstadt bis zum Stephansplatz. Die Polizei erwartet rund 2000 Teilnehmer, bis zu 2700 Polizisten werden im Einsatz sein. Ab 16 Uhr veranstaltet die Initiative "Jetzt Zeichen setzen" eine Kundgebung unter dem Motto "Keine Normalisierung des Rechtsextremismus" am Ballhausplatz. Der Akademikerball ist seit 2013 der Nachfolger des von deutsch-nationalen Burschenschaften getragenen Balles des Wiener Korporationsringes ("WKR-Ball") und gilt als Vernetzungstreffen Rechtsextremer in Europa. - derstandard.at/jetzt/livebericht/2000052035709/akademikerball-bis-zu-2-700-polizisten-im-einsatz

Auch dieses Jahr findet der von der FPÖ veranstaltete "Akademikerball" in der Wiener Hofburg statt. Eine entsprechende Gegendemonstration findet seit 17 Uhr von der "Offensive gegen Rechts" statt. Der Demozug startete am Schottentor und zieht nun durch die Wiener Innenstadt bis zum Stephansplatz.

Unserer Redakteure sind vor Ort und berichten derzeit von über 1000 Demonstranten in der Nähe der Universität. Die Demo ist in Gang. Unsere Redakteure berichten weiter, dass das Platzverbot rigoros eingehalten wird, auch bereits Stunden vor Beginn der Veranstaltung.

Die Proteste gegen den "Akademikerball" haben ohne Zwischenfälle begonnen. Die Teilnehmer waren mit Trommeln, Fahnen und Transparenten erschienen. In ersten Reden gab es nicht nur Kritik am Akademikerball der FPÖ, sondern auch an der Regierung und insbesondere an Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP). Sobotka stand vor allem mit seiner Forderung nach einer Einschränkung des Demonstrationsrechtes unter Beschuss. Der Innenminister "versucht, uns einzuschüchtern", sagte eine Rednerin. Den Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) wiederum forderte sie auf: "Hören Sie endlich auf, Rassismus zu schüren!"

Als Grund für die Demo nannten die Veranstalter: "Wir sind hier, um ein klares Zeichen gegen die rechte Hetze zu setzen." Der Widerstand "gegen dieses braune Pack ist notwendiger denn je". Auf Transparenten war unter anderem zu lesen: "FPÖ raus, Flüchtlinge rein", "Kämpfen gegen FPÖ und Abschiebungen, gemeinsam für Jobs und höhere Löhne". Ein Demonstrant im Rollstuhl hatte eine Tafel mitgebracht, auf der zu lesen war: "Kein Nazi in der Hofburg". Auffallend war, dass anders als bei Demonstrationen gegen den Akademikerball in früheren Jahren zunächst kein schwarzer Block im Demonstrationszug sichtbar war. Bereits im Vorfeld war man allgemein davon ausgegangen, dass der Protest friedlicher als in früheren Jahren verlaufen dürfe.

Zuvor hatte am Ballhausplatz eine aktionistische Kundgebung namens "Buntgebung" der Aktion "Jetzt Zeichen setzen" stattgefunden. Laut Veranstalterangaben nahmen rund 60 Personen teil. Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, kritisierte, dass rechtsextreme Männerbünde Vernetzungstreffen in den Räumen der Republik abhalten. Zur Aussage des neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen ("Was geht es mich an? Lasst sie doch.") sagte Pollak gegenüber der APA, der Normalisierung des Rechtsextremismus könne man mit Gelassenheit begegnen, "oder wie von unserer Seite mit Unverständnis".

Seit 17.00 Uhr ist die polizeiliche Sperrzone rund im die Hofburg in Kraft. Gesperrt ist unter anderem die Ringstraße vom Schwarzenbergplatz bis zur Hofburg Höhe Volksgarten. Auch weitere temporäre Sperren sind möglich. Bis zu 2.700 Polizisten sind im Einsatz.

Um 19 Uhr kommt der Demozug schließlich am Stephansplatz an. "Im gleichen Moment als die Turmglocken läuten", scherzt ein Besucher vor Ort.

Zum ersten Mal sieht man Leuchtfackeln und hört zwei Knallkörper, mehr nicht. Ein gutes Dutzend Vermummter Jugendlicher zeigt sich auch in der Menge. Insgesamt ist es nach wie vor sehr ruhig. Mittlerweile sind es rund 2800 Teilnehmer geworden. Das Verhalten der Polizei wird gelobt. "Sie verhält sich sehr deeskalierend."

Die Demonstration ist am Freitagabend schließlich ohne Zwischenfälle beendet worden. Es gab keine Festnahmen, die Menge löst sich gegen 20 Uhr auf.

20:30 Uhr: Ballbesucher treffen auf Demonstranten.

Unserer Redakteurinnen sind bereits in der Hofburg. Der Weg dorthin war streng abgesperrt. Drinnen ist es recht voll, es wird getanzt. Unter den Ehrengästen beim Einzug: Ursula Stenzel. Als Johann Gudenus und Norbert Hofer einziehen, folgt tobender Applaus.

Auch eine Akrobatin wurde engagiert.

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