Chronik | Wien
16.02.2018

Afghanin erstochen: Tatverdächtiger Bruder älter als 21

Eine Altersfeststellung ergab, dass der Afghane, der seine jüngere Schwester in Wien erstochen haben soll, bereits älter als 21 Jahre alt ist. Das hat große Auswirkungen auf das mögliche Strafmaß.

Der vorgeblich 18-jährige gebürtige Afghane, der am 18. September 2017 in Wien-Favoriten seine jüngere Schwester erstochen haben soll, ist in Wahrheit älter als 21. Das hat ein von der Staatsanwaltschaft Wien zwecks Altersfeststellung des Tatverdächtigen in Auftrag gegebenes Gutachten ergeben, wie Behördensprecherin Christina Ratz am Freitag bestätigte.

Das bedeutet, dass für den Bruder, der das Mädchen mit zahlreichen Messerstichen in der Puchsbaumgasse im zehnten Wiener Gemeindebezirk vorsätzlich getötet haben soll, das Erwachsenenstrafrecht heranzuziehen ist. Der Verdächtige sitzt wegen Mordverdachts in U-Haft. Sollte er in diese Richtung angeklagt werden - die Entscheidung darüber dürfte in einigen Wochen fallen -, drohen ihm im Fall eines entsprechenden Schuldspruchs zehn bis 20 Jahre oder lebenslange Haft.