Chronik | Wien
14.03.2016

89-Jährige wurde um 200.000 Euro betrogen

Eine Kartenleserin und ihr mutmaßlicher Komplize nahmen ihr Bares und Schmuck ab.

Eine heute 89-Jährige aus Wien-Floridsdorf soll in den Jahren 2004 bis 2008 um mehr als 190.000 Euro betrogen worden sein. Täter waren eine unbekannte Frau, die sich als Kartenleserin ausgab, und vermutlich ein Mann, der vortäuschte, das Vermögen der Seniorin gewinnbringend anzulegen. Das Opfer erstattete erst 2014 Anzeige. Die Polizei veröffentlichte am Montag Fahndungsfotos des beschuldigten Mannes (siehe unten).

Liebesbriefe

Die ältere Frau hatte die Kartenleserin im Jahr 2000 über ein Zeitungsinserat kennengelernt, berichtete Polizeisprecher Christoph Pölzl. In weiterer Folge stellte ihr die Betrügerin den Mann vor, der das Geld der Frau angeblich in der Schweiz vermehren wollte. Er erschlich sich zusätzliches Vertrauen, indem er der Seniorin Liebesbriefe schrieb.

„Vom Bösen behaftet“

Dem Opfer wurde in dem fünfjährigen Tatzeitraum außerdem Schmuck im Wert von 4.000 Euro herausgelockt. Die Täter redeten der heute 89-Jährigen laut Pölzl offenbar ein, die Stücke seien „vom Bösen behaftet“ und müssten davon befreit werden. Auch plötzlich im Garten der Frau liegende tote Vögel und ein dort abgelegter Totenschädel verleiteten die Seniorin dazu, weiterhin für die vermeintlichen Dienste der Kartenleserin Geld zu bezahlen.

In den vergangenen Jahren hatte das Opfer nur sporadisch Kontakt mit den beiden mutmaßlichen Betrügern. Verdacht schöpfte die Frau erst, als sie im Jahr 2014 im Krankenhaus lag und der Kartenleserin ihre Schlüssel anvertraute. „Danach war das ganze Haus umgeräumt“, sagte Pölzl.

Die Ermittler stellten Bilder des männlichen Beschuldigten sicher. Informationen zu den beiden Gesuchten nimmt das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle West unter der Telefonnummer 01/31310-67800 entgegen. Die Zeugenhinweise werden vertraulich behandelt.