Chronik | Wien
15.11.2017

41 Prozent mehr Einbürgerungen in Wien

Bundesweit erhielten seit 1. Jänner 6856 Menschen die Staatsbürgerschaft

Die Zahl der Österreicher wächst weiter. Und zwar nicht nur, weil die Geburtenrate steigt, sondern auch, weil die Zahl der Einbürgerungen ungebrochen zunimmt.

Wie Statistik Austria am Mittwoch bekannt gab, wurde in den ersten drei Quartalen des heurigen Jahres 6856 Personen die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen. Das sind um 9,2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Vor der Einbürgerung waren rund 40 Prozent der neuen Österreicherinnen und Österreicher Bürger folgender fünf Staaten: Bosnien-Herzegowina, Türkei, Kosovo, Serbien und Afghanistan.

Den mit Abstand größten Anstieg gab es in Wien: In der Bundeshauptstadt wurden um 41,2 Prozent mehr Personen eingebürgert als im Vergleichszeitraum des Vorjahres; insgesamt waren es 2987 Menschen.

Auf Platz zwei und drei folgen das Burgenland mit einem Plus von 20, 8 Prozent und Kärnten mit einem Plus von 17, 1 Prozent.

In einigen Bundesländern nahmen die Einbürgerungen hingegen ab. Zum Beispiel in Oberösterreich (um ein Drittel weniger), Tirol (zehn Prozent weniger) und Vorarlberg (fünf Prozent Rückgang).

2402 der eingebürgerten Personen sind bereits in Österreich geboren worden. 77 der neuen Österreicher haben ihren Wohnsitz hingegen im Ausland.

Drei Gründe

Eine Staatsbürgerschaft wird generell aus drei Gründen verliehen: Ein Grund kann "Rechtsanspruch" sein. Das ist gegeben, wenn eine Person seit sechs Jahren in Österreich lebt und berücksichtigungswürdige Gründe aufweist (etwa: nachgewiesene Deutschkenntnisse, in Österreich geboren, asylberechtigt) oder 15 Jahre in Wien lebt und sich nachhaltig integriert hat. Das war bei 56,3 Prozent der heuer erfolgten Einbürgerungen der Fall.

Zweitens wird nach "Ermessen" der Bundesregierung eingebürgert. In diese Kategorie fallen 13,8 Prozent der Einbürgerungen, der überwiegende Teil dieser Menschen lebt bereits seit zehn Jahren in der Alpenrepublik.

Drittens kann die "Erstreckung" der Staatsbürgerschaft auf den Ehepartner übertragen werden, wenn diese in einem gemeinsamen Haushalt leben. Das war bei 2050 Personen der Fall.