Chronik | Wien
24.06.2017

Künstler würdigten Falco mit Tribute-Konzert

Laues Sommerwetter statt Gewitter wie beim Originalauftritt 1993.

Mit einem großen Tribute-Konzert ist Falco am Samstag auf der Wiener Donauinsel geehrt worden. Die Show, bei der heimische und internationale Künstler gemeinsam mit der Originalband das legendäre Konzert des Sängers auf der Donauinsel 1993 wieder aufleben ließen, lockte die Massen an. Der Platz vor der großen Festbühne war bis zum Rand gefüllt.

Auf einer großen Videoleinwand wurde das Konzert von damals gezeigt, die Künstler interpretierten die Songs des "Falken" im Duett mit ihm. Die Originalband von Falco spielte unter der Leitung von Thomas Rabitsch alle Lieder im Original-Arrangement synchron zum Konzert von 1993. Julian le Play, Gianna Nannini, Georgij Makazaria, Edita Malovcic, Fettes Brot, Ana Milva Gomes, Drew Sarich, Yasmo, Skero und Johannes Krisch sangen die Lieder nach der damaligen Setlist.

Den Auftakt bestritt Falco alleine - als Intro wurde "Out of the Dark" abgespielt. Eines der Highlights war das Lied "Junge Römer", das von Gianni Nannini - im Duett mit Julian le Play - auf Italienisch gesungen wurde. Viel Applaus erhielt auch "Jeanny", das von Schauspieler Johannes Krisch interpretiert wurde - ORF-Moderator Tarek Leitner sprach die Nachrichten. Der stimmgewaltige Georgij Makazaria gab im übergroßen Mantel zu "Dance Mephisto" den tanzenden Teufel.

Zweiter Tag: Der Nachmittag

1/7

Polizeibeamte waren präsenter als die Jahre zuvor

Großer Andrang bei 70 Meter langer Wasserrutsche

Sportliches auf der  Sportinsel

Ob Spanferkel oder Schokoladeeis: Auf der Insel gibt’s Stärkung für jeden Gusto

Bundeskanzler Kern (SPÖ) stärkte sich während des Rundgangs mit einem Twinni – mit grünem Teil

Gaiwan (re.) war das  erste Mal da

Im Gegensatz zum Originalkonzert, das wegen eines Blitzeinschlags vorzeitig abgebrochen werden musste, herrschte bei der Wiederholung 24 Jahre später laues Sommerwetter. Auf die Frage der Band, wer damals dabei gewesen sei, gingen zwar einige Hände in die Höhe, noch mehr hatten das Konzert allerdings nicht miterlebt. "Falco hat sein Konzert nicht fertig gespielt. Deshalb wollen wir das heute nachholen", sagte ein Bandmitglied. So kamen am Samstag auch jene Lieder, die Falco damals nicht mehr performen konnte, zur Aufführung: Für "Amadeus" traten alle Künstler noch einmal gemeinsam auf die Bühne. "Falco, ich wollte nur sagen: Wir lieben dich", sprach Edita Malovcic wohl die Gedanken vieler Fans aus, die begeistert mitsangen. Das Konzert wird am 2. Februar 2018 anlässlich des 20. Todestags von Falco in ORF 1 ausgestrahlt.

Die heiße Partyinsel der Österreicher

Strahlender Sonnenschein, mehr als 30 Grad, entspannte Stimmung, noch kein Gedränge. Besucher Josef Gröchenig lernte das Inselfest am frühen Samstagnachmittag von einer komplett anderen Seite kennen. Bis dahin war der Kärntner immer nur in das Nachtleben des Festival eingetaucht. Diesmal war er mit seinem achtjährigen Sohn Gaiwan gekommen – und machte erstmals die Kinderinsel unsicher, probierte die Spiele aus, stärkte sich bei den Standeln, die Burger, Baumkuchen oder Bananenshakes anboten und sah zu, wie seinem Achtjährigem das Gesicht geschminkt wurde. Gaiwans Fazit: "Sehr cool!"

Kühl – Das war es am zweiten Tag von Österreichs größtem Open-Air-Festival nur an wenigen Orten. Etwa bei der 70 Meter langen Wasserrutsche, die erstmals aufgestellt worden war und regen Anklang fand. Doch Hitze hin oder her, je später der Nachmittag desto mehr füllte sich das 4,5 Kilometer lange Festgelände mit Besuchern.

Am frühen Nachmittag drehte auch Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) die in Wahlkampfszeiten obligatorische Runde: Nachdem er vom dunkelblauen Polo rasch ins SPÖ-rote FSG-Shirt gewechselt hatte, ging es mit Dutzenden Journalisten im Schlepptau über die Arbeitsweltinsel. "Freundschaft!", kam es plötzlich von rechts. "Dürfen wir Kärntner mit dir ein Foto machen?" Sie durften. Dann ging’s weiter.

Was es für Kern braucht, um gegen die Hitze der Insel gerüstet zu sein? "Sonnencreme, Sonnenbrille – und ein Twinni." Mit dem war er passenderweise kurz zuvor ausgestattet worden. Kern wählte die grüne Hälfte.

Hohe Polizeipräsenz

Präsenter denn je waren jedenfalls Polizisten und Securitys. Der aktuellen Lage geschuldet war das Sicherheitskonzept in monatelangen Sitzungen adaptiert worden. Alle paar Meter stieß man auf Polizeibeamte oder Securitys. Die Taschen und Rucksäcke wurden genauer durchsucht. Der erste Tag, vermeldete die Polizei am Samstag, war sehr ruhig verlaufen. Bei 800.000 Besuchern gab es nur vereinzelte Personenkontrollen und Verwaltungsanzeigen, sowie zehn strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Festnahmen, unter anderem wegen Diebstahls, sexueller Belästigung und Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Sind die Besucher ob der Sicherheitslage beunruhigt? "Überhaupt nicht", meint Alexander Emich, der extra aus Linz gekommen ist, um sich die Stimmung einmal selbst zu erleben. Auch Julia und Corinna Karpfen haben sich nicht abhalten lassen, mit der Großfamilie von Salzburg anzureisen. Der gemeinsame Inselfestbesuch ist zur Tradition geworden, die sie nicht missen möchten.

Zweiter Tag: Der Nachmittag

1/7

Polizeibeamte waren präsenter als die Jahre zuvor

Großer Andrang bei 70 Meter langer Wasserrutsche

Sportliches auf der  Sportinsel

Ob Spanferkel oder Schokoladeeis: Auf der Insel gibt’s Stärkung für jeden Gusto

Bundeskanzler Kern (SPÖ) stärkte sich während des Rundgangs mit einem Twinni – mit grünem Teil

Gaiwan (re.) war das  erste Mal da

Schmerzlich vermisst wird von vielen hingegen die Western- und Countrybühne, die Einsparungen zum Opfer gefallen ist. Tausende Countryfans haben sich jedes Jahr auf der Insel, ein wenig abseits des großen Trubels, in der Brigittenauer Bucht eingefunden. 4500 Musiker hatten im Lauf der Jahrzehnte hier ihre Auftritte gehabt. Die "Austrian Linedance Convention" wurde dort geboren, die Open-Air-Messe am Sonntag hatte auch in Zeiten von steigenden Kirchenaustritten regen Anklang gefunden. "Mir fehlen die Worte", meinte Heribert Naber. Ganz wollte man sich aber nicht geschlagen geben. Naber, der die Insel 33 Jahre lang mit seiner Ehefrau Christine organisiert und aufgebaut hat, ist heuer an einem kleinen Gastrozelt auf Höhe der Brigittenauer Brücke anzutreffen. Beliebte Countrymusik inklusive.

Musikalisch sollte am Abend auf der Hauptbühne zunächst Michael Bolton für Stimmung sorgen.

Das Highlight sollte dann aber das große Falco-Tribute sein. Hier sollten Musikgrößen wie Fettes Brot oder Gianna Nannini im Duett mit Falco singen, dessen Originalauftritt eingeblendet wurde.