Chronik | Wien
15.12.2011

13-Jähriger als Einbrecher und Räuber

Ein Jung-Krimineller soll Handys geraubt, Autos angezündet und bei der Liliputbahn eingebrochen haben – er bleibt straffrei.

Irgendwann einmal wird er 14 Jahre alt sein“, sagt ein Beamter und seufzt tief. Noch ist der 13-jährige Nico K. strafunmündig, die Liste seiner mutmaßlichen Vergehen ist aber schon fast so lange wie bei einem kleinen Mafiosi: Einbruch, Raub, Brandstiftung, Diebstahl und Sachbeschädigung sollen auf das Konto des Burschen gehen. Da er bereits in einem Jugendheim untergebracht ist, gibt es keine weiteren Sanktionsmöglichkeiten mehr für den offenbar Unverbesserlichen.

Bereits Anfang November sorgte der Bub als Mitglied einer Partie für Aufsehen, die im Spätsommer und Herbst mehrere 12- und 13-jährige Teenager in der U-Bahn um ihre Mobiltelefone erleichtert haben soll.

50.000 Euro Schaden

Doch Nico dürfte auch mit anderen Freunden auf Beutezug gewesen sein, wie sich nun herausgestellt hat. Ein weiterer Schaden von 50.000 Euro soll auf das Konto dieser Jugendbande gehen. Als Komplizen fungierten dabei zwei 14-jährige Burschen und ein 13-jähriges Mädchen.

Laut Polizeisprecherin Regina Steyrer brach das Quartett etwa in das Büro der Liliputbahn, ein Lokal im Prater und einen Kebabstand in Wien-Landstraße ein. Drei Mal sollen die Jugendlichen Mopeds gestohlen haben, eines davon wurde aus Fadesse im Heustadlwasser versenkt. Auch mehrere Autos wurden beschädigt, eines sogar angezündet.

19 Delikte

Der Polizeiakt listet insgesamt 19 Delikte auf. Alle vier wurden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, doch strafrechtliche Konsequenzen kann es nur für die beiden 14-Jährigen geben, im Falle des 13-jährigen Mädchens, das noch bei den Eltern lebt, wird nun die Jugendwohlfahrt aktiv.

Für Nico wird es dann erst ab dem 27. August 2012 wirklich ernst. Dann feiert er seinen 14. Geburtstag und wird strafmündig.