Chronik | Wien 15.03.2012

1000€ Strafe für Sperrmüll auf der Straße

Best of KURIER-Wohntelefon 2012 © Bild: AP

In Wien werden Müllsünder zu Kasse gebeten, etwa für ihre weggeworfenen Zigarettenstummel. Die Stadt hat eine neue Sauberkeitskampagne.

Die Stadt Wien nimmt die Sauberkeit ernst - das wissen viele Bewohner bereits seit den vergangenen groß angelegten Kampagnen der MA 48, dem Einsatz der Waste Watcher und der Gackerl-Sackerl. Nun war es offenbar Zeit für weitere Bewusstseinsbildung: Die Schwerpunkte von Umweltstadträtin Ulli Sima und der Magistratsabteilung liegen dieses Mal auf Sperrmüllablagerungen, Zigarettenstummel und weiterhin auf Hundekot. Die neue Sauberkeitskampagne läuft unter dem Motto "Keine Kleinigkeit" und umfasst Plakatsujets und sogar einen Kinospot.

1000 Euro Strafe

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© Bild: Stadt Wien

Die Plakate zeigen die Müll-Verfehlungen der Wienerinnen und Wiener in überdimensionaler Darstellung - samt den dazugehörigen Strafen: Riesengroße Spermüllablagerungen auf der Straße, welche die geparkten Autos wie Miniaturmodelle wirken lassen, ein Mega-Zigarettenstummel, der den Gehsteig versperrt, und ein Hund, der düpiert auf seine XXL-Hinterlassenschaft blickt. Dies solle "drastisch vor Augen führen, dass das kein Kavaliersdelikt ist", so die Ressortchefin.

Auf den Sujets wird auch auf die drohenden Strafen im Sündenfall aufmerksam gemacht: Übeltäter müssen mindestens 36 Euro für einen achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel, 1000 Euro für stehengelassenen Sperrmüll und zumindest 36 Euro für nicht weggeräumte Hundehäufchen berappen. Besonders im Visier hat die Stadt heuer die Raucher. Man habe sich diesem Themenfeld bewusst zugewandt, so Sima: "Weil wir hier hohen Bedarf sehen." Das Rauchen würde sich aufgrund der Anti-Raucher-Bestimmungen immer mehr ins Freie verlagern.

600 Millionen weggeworfene Stummel

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© Bild: Stadt Wien

Aktuell geht die MA 48 von 600 Millionen weggeworfenen Tschickresten pro Jahr aus. Das sind zwar um mehr als 30 Prozent weniger als noch 2005, aber: "600 Mio. Zigarettenstummel sind immer noch viel, wenn man die einzeln aufheben muss", warf Sima ein. Diese Sünder werden zusätzlich auch mit einem Kinospot auf ihr Vergehen aufmerksam gemacht. In dem Clip wird gezeigt, dass auch ein aus dem Auto geworfener Tschickstummel "keine Kleinigkeit" sei. Sima kündigte außerdem an, dass das Entsorgungsangebot, das derzeit 10.800 Papierkorb-Aschenbecher-Kombinationen und 850 Aschenrohre umfasst, ausgeweitet wird: In den nächsten Monaten würden 1400 entsprechende Behälter in Parks aufgestellt werden.

400 Anzeigen der Waste Watcher

Sima präsentierte am Mittwoch auch das Ergebnis einer von der MA 48 beim Institut für empirische Sozialforschung (IFES) in Auftrag gegebenen Umfrage unter 1.000 Personen in Wien zum Thema Rauchen. Demnach hat sich das Bewusstsein der "Pofler" in den vergangenen Jahren verändert. Hätten 2005 noch rund 70 Prozent der Befragten angegeben, ihre Tschickstummel in der Öffentlichkeit einfach auf den Boden zu werfen, seien es in der aktuellen Umfrage, die im Februar erstellt wurde, nur noch an die 40 Prozent gewesen. "Erstaunlich" ist für die Stadträtin, dass die Akzeptanz für Strafen hoch ist, wurden diese doch von 80 Prozent aller Befragten befürwortet - unter den Rauchern waren es immerhin 69 Prozent. Die städtische Aufsichtstruppe "Waste-Watcher" hat 2011 übrigens in Sachen Zigarettenstummel mehr als 1500 Amtshandlungen durchgeführt. Es gab mehr als 800 Organstrafen und mehr als 400 Anzeigen.

 

Die Sackerln

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© Bild: Stadt Wien

Zahlen gab es auch zum Sperrmüll: 2011 wurden rund 980 Kühlgeräte, 18.850 Einkaufswagen und 77.000 Kubikmeter sonstiger Sperrmüll illegal entsorgt. Im Vergleich zu 2008 wurde weniger unerlaubt abgestellt - diese Zahlen sollen aber weiter verringert werden. Als drittes Themenfeld der Kampagne wurde einmal mehr das Hundstrümmerl auserkoren. Laut Sima hat sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Mittlerweile würden täglich 47.200 Sackerl mit "eindeutigem Inhalt" in den Papierkörben landen. Die Halter würden das Angebot der mehr als 2.900 Hundeset-Automaten, die jährlich mit 20 Mio. Gratissackerln gefüllt seien, gut annehmen, zog sie eine Bilanz

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(. . . weil in dieser Diskussion Beleidigungen und Hetze überhand genommen haben, musste das Forum leider geschlossen werden.  Wir bedauern. - die Red.)

Erstellt am 15.03.2012