Chronik | Welt
09.06.2017

Zwei Mal in einer Woche auf den Everest

Extremläufer Jornet. Obwohl er beim ersten Aufstieg Bauchkrämpfe hatte, gab Spanier nicht auf.

Dass er am Ende gleich zwei Mal in einer Woche den höchsten Berg der Welt besteigen sollte, hatte Kilian Jornet vor seiner Tour nicht geplant. Ursprünglich wollte der spanische Extremsportler "nur" auf künstlichen Sauerstoff verzichten, und – gänzlich auf sich allein gestellt – den höchsten Punkt der Erde in Rekordzeit erklimmen.

Für seinen ersten Gipfelerfolg benötigte Jornet lediglich 26 Stunden, wobei er von Bauchkrämpfen und Übelkeitsanfällen geplagt wurde: "Ich fühlte mich nicht gut und war ziemlich langsam. Alle paar Meter musste ich stehen bleiben, um mich zu übergeben", sagte der Extremläufer und -Bergsteiger bei seiner Rückkehr. Trotzdem hatte er nach seinem Gipfelerfolg noch genug Reserven, um vom Lager vier einen neuen Anlauf zu wagen.

Gipfelsieg in 17 Stunden

Er schaffte die Route dann in 17 Stunden – normalerweise sind dafür vier Tage und mehr nötig. "Ich war glücklich, aber müde", sagte Jornet und fuhr fort: "Wenn du da oben bist, must du dich darauf konzentrieren, wie du wieder herunterkommst. Wenn du dann aber das Lager erreicht hast, haut dich das richtig um. Das ist der Moment, an dem du am zufriedensten bist." Bei seiner Rückkehr ließ Jornet weder die Korken knallen, noch ruhte er sich aus – ein Lauf mit seiner Freundin und der Genuss von Brot, Salat und Gemüse reichten dem 29-Jährigen vollauf. "Ich bin einfach kein Mensch, der gerne feiert. Und nach Wochen des Reisessens ist es einfach angenehm, etwas Frisches zwischen den Zähnen zu haben", sagte Jornet.

Seit er 18 Monate alt ist, liebt er die Berge – seine Eltern haben ihn auf viele Touren in den heimatlichen Pyrenäen mitgenommen.

Neben dem Berglaufen und Bergsteigen ist Jornet ein begeisterter Skifahrer. Er hält auf vielen Bergen der Welt den Speedrekord. Am Everest hat er aber neue Maßstäbe gesetzt: "Ich bin mir sicher, den Everest zwei Mal in einer Woche ohne Sauerstoff zu besteigen, eröffnet ein neues Feld der unbegrenzten Möglichkeiten im Alpinismus. Und ich bin wirklich glücklich, dass ich den ersten Schritt getan habe", sagte er.