Chronik | Welt
14.01.2018

Zoo musste über Jahre gesunde Löwenjunge töten

Es habe sich kein anderer Zoo gefunden, um die Tiere nach ihrer Sozialisierung aufnehmen hätte können, sagt der Zoodirektor.

In einem Zoo in Südschweden sind über mehrere Jahre hinweg immer wieder junge Löwen getötet worden. Insgesamt seien neun gesunde Jungtiere eingeschläfert worden, berichtete der Fernsehsender SVT. Der Direktor des Boras Tierparks, Bo Kjellson, sagte dem Sender: "Man kann sie nicht alle behalten." Als die Aggression in der Gruppe zu groß geworden sei, habe man sie töten müssen.

Die jungen Löwen hatten bereits Namen bekommen: "Simba", "Nala", " Sarabi", "Rafiki", "Kiara", "Banzai", "Kovu", "Potter" und "Weasley". Als Babys wurden sie dem Publikum stolz präsentiert. Später stufte der Zoo sie als "Überschusstiere" ein - Tiere, die laut Kjellson "aus dem ein oder anderen Grund nicht in unsere Sammlung passen".

Für eine Löwenherde sei es sehr wichtig, Junge zu bekommen, um natürliche soziale Verhaltensweisen auszubilden, erklärte der Zoo. Nach ihrer Geburt habe man versucht, Platz in anderen Tierparks für sie zu finden. Es habe aber keinen Zoo gegeben, der die eineinhalb Jahre alten Löwen habe aufnehmen können.

Man könne Tiere in diesem Alter leicht für "Kinder" halten. Sie seien aber bereits "junge Erwachsene", betonte der Zoo auf Facebook, wo er viele wütende Kommentare bekam. In der Wildnis verließen Löwen die Familienherde dann, weil die älteren Tiere sie nicht mehr akzeptierten. Der Zeitpunkt sei also richtig gewesen. "Material" der toten Löwen werde nun zur Forschung genutzt, berichtete der Zoo.