Chronik | Welt
25.09.2017

WHO: Hohes Cholera-Risiko in Flüchtlingslagern

Hunderttausende Flüchtlinge in Bangladesch hätten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor einem Cholera-Ausbruch in den überfüllten Flüchtlingslagern in Bangladesch. Hunderttausende Flüchtlinge aus Myanmar hätten keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen, erklärte die WHO am Montag. Das Risiko für einen Cholera-Ausbruch sei "sehr hoch".

Auch Lebensmittel und Medikamente seien in den knapp 70 Lagern im Grenzgebiet knapp.Seit vier Wochen sind nach UNO-Angaben insgesamt 436.000 Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingya nach Bangladesch geflohen. Dort lebten in Flüchtlingslagern im Grenzgebiet bereits mindestens 300.000 Menschen, die schon zuvor vor der Gewalt in Myanmar geflohen waren.

Rohingya als stark verfolgte Minderheit

Der Konflikt in Myanmar war Ende August eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und dutzende Sicherheitskräfte töteten. Das Militär reagierte mit brutaler Gegengewalt. Hunderte Menschen wurden umgebracht, ihre Häuser niedergebrannt. Die UNO spricht von "ethnischen Säuberungen". Die Rohingya gehören zu den am stärksten verfolgten Minderheiten weltweit. Die Muslime in dem mehrheitlich buddhistischen Land sind seit Jahren Repressionen ausgesetzt.