Chronik | Welt
18.10.2017

"Wer die Nachtigall stört" von Lehrplan in US-Schulbezirk gestrichen

Nach Angaben der US-Büchereivereinigung ALA gehört "To Kill a Mockingbird", wie der Roman im Original heißt, zu den Büchern, die Schulen am häufigsten anfechten oder aus ihren Lehrplänen streichen.

Ein Schulbezirk im US-Bundesstaat Mississippi hat den mit einem Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman "Wer die Nachtigall stört" vom Lehrplan gestrichen. Der 1960 veröffentlichte Klassiker der verstorbenen Schriftstellerin Harper Lee habe zu Beschwerden geführt, teilte der Schulvorstand im Bezirk Biloxi im Süden von Mississippi der Zeitung Sun Herald mit.

Das Buch befasst sich mit Rassismus gegenüber Afroamerikanern sowie deren Bürgerrechten. Es enthält zahlreiche rassistische Beschimpfungen gegen Schwarze.

Verbannung nicht unüblich

Lees halb-autobiografischer Roman spielt in den 1930er-Jahren, also noch lange vor dem Baptistenprediger Martin Luther King und dem Beginn der Bürgerrechtsbewegung in den USA. Die Geschichte dreht sich um Anwalt Atticus Finch im erzkonservativen Südstaat Alabama, der einen schwarzen, zu Unrecht angeklagten Arbeiter verteidigen muss. Finchs Sohn Scout lernt auf diesem Weg die brutalen Ungerechtigkeiten der Trennung von Weißen und Schwarzen kennen.

Nach Angaben der US-Büchereivereinigung ALA gehört "To Kill a Mockingbird", wie der Roman im Original heißt, zu den Büchern, die Schulen am häufigsten anfechten oder aus ihren Lehrplänen streichen. Vergangenes Jahr wurde das Werk bereits zusammen mit Mark Twains "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" aus den Büchereien eines Schulbezirks in Virginia verbannt, berichtete die New York Times am Mittwoch. Seinerzeit hatten sich Eltern eines Schülers über den ihrer Ansicht nach "spalterischen" Inhalt beschwert, hieß es im Bericht.