© Reuters/MOHAMED AL-SAYAGHI

Welthungertag
10/16/2013

Die Welt isst nicht gerecht

Allein die weggeworfenen Lebensmittel der Welt würden reichen, um 3 Milliarden Menschen zu ernähren.

Weltweit leiden 842 Millionen Menschen an Hunger. Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen der Unterernährung. Insgesamt sterben jedes Jahr sieben Millionen Menschen weltweit an mangelnder Ernährung.

Mit diesen erschütternden Zahlen weisen Organisationen wie die Caritas, das Ökozoziale Forum oder die Welthungerhilfe auf den Welternährungstag am 16. Oktober hin. Die Welthungerhilfe stellt deshalb sogar die ganze kommende Woche ins Zeichen des Kampfes gegen den Hunger – dazu hat man eigens das Motto „Die Welt isst nicht gerecht“ ausgerufen.

Denn im Gegensatz dazu, dass knapp ein Sechstel der Weltbevölkerung Hunger leidet, herrscht auf der anderen Seite Überfluss: Jährlich werden rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit verschwendet oder verderben auf ihrem Weg entlang der Wertschöpfungskette. "Global betrachtet bedeute dies die nutzlose Bewirtschaftung einer Fläche eineinhalb mal so groß wie die USA", so Stephan Pernkopf, Präsident des Ökosozialen Forums.

Kampf der Verschwendung

In der Bekämpfung der Ressourcenverschwendung läge somit eine Lösung – denn allein die Menge der auf dem Müll landenden Lebensmittel würde nach Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ausreichen, um drei Milliarden Menschen zu ernähren.

Allein in Österreich landen pro Kopf und Jahr 19 Kilogramm Lebensmittel im Müll. Jährlich wird im Schnitt in jedem österreichischen Haushalt Nahrung im Wert von 300 Euro weggeworfen, so die Zahlen des Ökosozialen Forums, das in diesem Zusammenhang mehr Bildung im Ernährungsbereich forderte. "Wir können nur gemeinsam gegen dieses Problem ankämpfen, denn Lebensmittel werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette weggeworfen" betonte Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP).

Caritas-Präsident Franz Küberl fordert deshalb Investitionen in die kleinbäuerliche Landwirtschaft. "Die meisten hungernden Menschen leben auf dem Land und müssen mit den Erträgen eines kleinen Feldes ihr Auslangen finden." Diese Problematik sprach auf Pernkopf an. Ein afrikanischer Kleinbauer würde im Schnitt nur ein Zehntel der Ernte eines europäischen Bauern aus einem Hektar Land erwirtschaften. "Wichtig ist, dass die Projekte mit lokalen Partnern umgesetzt werden. Damit ist garantiert, dass das Know-how aus der Region genutzt und gestärkt wird und auch nachhaltig in der Region bleibt", lautete sein Lösungsansatz.

Neben Entwicklungshilfegeldern direkt vor Ort forderte Küberl zusätzlich "einen drastischen Richtungswechsel bei strukturellen Ursachen", wie unfairen Agrarhandel, Klimawandel und Spekulation auf Nahrungsmittel und eben der Nahrungsmittelverschwendung. Er appellierte an die Staatengemeinschaft, sich nach Auslaufen der derzeitigen Millenniumentwicklungsziele im Jahr 2015 gezielt der Hungerproblematik zu widmen. Der "Kampf ums tägliche Essen" sei allgegenwärtig, nicht nur in Afrika oder bei den Flüchtlingen im Nahen Osten, sondern etwa auch in Indien.

Warnungen auch für Österreich

Indes warnte die Hagelversicherung davor, dass die nachhaltige Lebensmittelversorgung auch in Österreich gefährdet sei. Laut den Angaben werden in Österreich täglich 22,4 Hektar Land - das entspreche der durchschnittlichen landwirtschaftlichen Fläche eines Bauernhofes - für Straßen, Siedlungen, Shopping Center oder Industriehallen verbaut, womit sie nachfolgenden Generationen für die Produktion von Lebensmitteln nicht mehr zur Verfügung stehen würden.

Die Hagelversicherung wies auf die Folgen der sogenannten Bodenversiegelung für Klima, Wirtschaft und Ökologie hin und betonte, dass Österreich um rund 50 Prozent mehr landwirtschaftliche Fläche als etwa Deutschland verbauen würde.

Welche Länder am stärksten betroffen sind

Der Welthunger-Index 2013

(Quelle: Welthungerhilfe)

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