Chronik | Welt
09.07.2017

Welterbe-Status für Eiszeitkunst-Höhlen in Schwäbischer Alb

Die UNESCO listete die sechs Höhlen der ältesten Eiszeitkunst zum Weltkulturerbe. Es sind die frühesten Zeichen künstlerischer Tätigkeit in Baden-Württemberg.

Die Höhlen der ältesten bekannten Eiszeitkunst im deutschen Bundesland Baden-Württemberg sind in die Unesco-Welterbeliste aufgenommen worden. Das gab das UNESCO-Komitee am Sonntag in Krakau bekannt. Laut der Organisation zeugen die sechs Höhlen der Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb von einer der frühesten figurativen Kunst weltweit und liefern wichtige Erkenntnisse.

Älteste bekannteste Menschenfigur der Welt

Die Höhlen rund um Blaubeuren gelten als eines der wichtigsten Ausgrabungsgebiete für Archäologen. Unter anderem fanden Forscher dort die älteste bekannte Menschenfigur der Welt, die 40.000 Jahre alte "Venus vom Hohle Fels".

Seit den 1860er-Jahren gibt es in den Höhlen Ausgrabungen, sie brachten zahlreiche bis zu 43.000 Jahre alte figürliche Darstellungen zutage, darunter Mammuts, Höhlenlöwen, Pferde und Musikinstrumente, aber auch Frauenkörper und Darstellungen von Mischwesen aus Mensch und Tier.

Fundstücke können in Museen besichtigt werden

Die Fundstücke gehören zu den ältesten Zeugnissen für eine bewusste künstlerische Betätigung des Menschen. Die wichtigsten Funde aus dem Bereich der Schwäbischen Alb können in Museen in Ulm, Tübingen und Blaubeuren besichtigt werden.

Komitee tagt in Krakau

Das Welterbe-Komitee tagt noch bis zum 12. Juli in Krakau und entscheidet insgesamt über die Aufnahme von mehr als 30 neuen Stätten aus aller Welt. Darunter waren noch zwei weitere Bewerbungen aus Deutschland.

Am Donnerstag hatte die UNESCO-Kommission bei ihrer Jahrestagung in Krakau das historische Zentrum Wiens auf die sogenannte Rote Liste der gefährdeten Kulturgüter gesetzt. Die UNESCO stößt sich am geplanten Hochhausbau am Heumarkt-Areal. Die Aberkennung des Prädikats Weltkulturerbe droht nun 2018.

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