Chronik | Welt
26.03.2018

Brand in sibirischem Einkaufszentrum: Mehr als 60 Tote

Über 60 Tote wurden mittlerweile nach dem verheerenden Feuer geborgen, Opferzahl könnte noch steigen.

Nach einem Brand in einem Einkaufszentrum der sibirischen Stadt Kemerowo haben Rettungskräfte inzwischen über 60 Tote geborgen. Der Leiter des Zivilschutzes, Wladimir Putschkow, bestätigte am Montag laut Agentur TASS 64 Opfer, nach mindestens sechs Menschen werde zudem noch gesucht.

Viele der bisher 64 Opfer sind Kinder, die zunächst nicht identifiziert werden konnten. Eine Schulklasse aus der Provinz war zum Zeitpunkt des Brandes im Kino - acht von ihnen sollen nicht überlebt haben.

Während des verheerenden Brands in einem russischen Einkaufszentrum mit mehr als 60 Toten hat ein Wachmann den Feueralarm deaktiviert. Das teilte das staatliche Ermittlungskomitee am Montag in der sibirischen Stadt Kemerowo mit. Der Mann habe den Alarm ausgeschaltet, nachdem er ein Signal über Feuer im Gebäude erhalten hatte. Warum er das tat, war zunächst nicht bekannt.

Das Feuer war am Sonntagabend im vierten Stock des Einkaufszentrums ausgebrochen. Es erfasste innerhalb kurzer Zeit eine Fläche von rund 1.600 Quadratmetern. Zahlreiche Menschen galten in der Industriestadt rund 3.000 Kilometer östlich von Moskau noch Stunden später als vermisst. Dutzende wurden bei dem Brand verletzt. Viele Menschen sind ersten Ermittlungen zufolge gestorben, weil sie die Flammen zu spät bemerkten und Notausgänge versperrt gewesen sein sollen.

 

Russische Medien zitierten Augenzeugenberichte, wonach Kinobesucher zunächst die Säle nicht verlassen konnten. Als die Türen aufgingen, seien die Korridore bereits voller Rauch gewesen. Auch habe es keinen Feueralarm gegeben, Notausgänge seien verschlossen gewesen.

Die Zeitung "Komsomolskaja Prawda" berichtete von einer vermissten Elfjährigen, die auf einem Klassenausflug in dem Einkaufszentrum war. Das Mädchen habe demnach noch ihre Eltern angerufen und verabschiedete sich mit den Worten: "Wir brennen. Ich liebe euch, macht's gut. Ich kann nicht atmen."

Kemerowo liegt in Westsibirien, rund 3.000 Kilometer von der russischen Hauptstadt Moskau entfernt. Mehr als 500.000 Menschen leben in der Industriestadt im Kusbass, Russlands größtem Kohlerevier. Das Einkaufszentrum war im Jahr 2013 eröffnet worden